3-D-Illustration des Coronavirus SARS-CoV-2.
Gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 gibt es derzeit keinen Impfstoff. Die meisten Menschen, die sich mit SARS-CoV-2 anstecken, erholen sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO ohne besondere Behandlung.

15 Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 und zu Covid-19

Das Coronavirus SARS-CoV-2 und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19 hält die Welt in Atem. Angesichts der täglichen Informationsflut und der Fülle an Falschmeldungen zur Corona-Pandemie (eine Pandemie ist eine sich schnell weiter verbreitende, ganze Länder und Kontinente erfassende Krankheit) wächst die Verunsicherung. DocInsider hat das Coronavirus unter die Lupe genommen und häufige Fragen zu SARS-CoV-2 und Covid-19 zusammengetragen (Stand 23.03.2020, Quellen: Weltgesundheitsorganisation WHO, Robert Koch-Institut RKI, Bundesministerium für Gesundheit).

Woher kommt das Coronavirus SARS-CoV-2?

SARS-CoV-2 steht für Schweres Akutes Atemwegssyndrom. Das neuartige Coronavirus wurde zunächst mit 2019-nCoV bezeichnet; es ist eng verwandt mit dem SARS-assoziierten Coronavirus (SARS-CoV-1), das 2002/2003 eine Epidemie ausgelöst hatte.

Die Lungenkrankheit, die durch SARS-CoV-2 ausgelöst werden kann, trägt die Abkürzung Covid-19. Das bedeutet Corona Virus Disease 2019. Forscher gehen davon aus, dass SARS-CoV-2 auf einem Markt in der chinesischen Stadt Wuhan von einem infizierten Tier auf einen Menschen übergegangen ist. Das Erbgut des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 ist eng mit Coronaviren verwandt, die in Fledermäusen im Osten Chinas gefunden wurden. Ausgehend von mit Coronaviren infizierten Fledermäusen könnte der Erreger weitere Tiere, sogenannte Zwischenwirte, infiziert haben. Über einen solchen Zwischenwirt könnte das Coronavirus schließlich zum Menschen gelangt sein.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Der Hauptübertragungsweg von SARS-CoV-2 ist die Tröpfcheninfektion. Mit dem Virus versetzte Speicheltröpfchen werden beim Husten, Niesen und Sprechen frei und können somit in deinen Atemtrakt gelangen. Möglich sind auch Coronavirus-Übertragungen durch Schmierinfektion über Gegenstände wie Türgriffe. Coronaviren können auch deine Mundschleimhaut, deine Nasenschleimhäute und die Bindehaut deiner Augen als Eintrittspforte in deinen Körper benutzen, wenn du dein Gesicht mit ungewaschenen Händen berührst und vorher jemandem die Hand geschüttelt hast, der (unwissentlich) infiziert ist.

Die durchschnittliche Inkubationszeit (Dauer von Ansteckung bis zum Krankheitsbeginn) liegt beim Coronavirus nach derzeitigen Erkenntnissen zwischen 5 bis 6 Tagen. Bis erste Symptome auftreten vergehen in der Regel 1 bis 14 Tage. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen keine Symptome auftreten und die Betroffenen nichts von ihrer Covid-19-Erkrankung bemerken. Somit können sie, ohne es zu wissen, zu möglichen Überträgern des Coronavirus werden. SARS-CoV-2 kann vom Mundraum in den Verdauungstrakt wandern und von dort über Fäkalien oder als Schmierinfektion weitergegeben werden. Um die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 zu verringern und die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, sind deshalb von jedem von uns umsichtiges und verantwortungsbewusstes Verhalten und – wie bei allen Infektionskrankheiten- sorgfältige Handhygienemaßnahmen gefragt. In unserem Artikel zur Handhygiene in Infektionszeiten liest du, warum die Corona-Pandemie Stress für deine Haut bedeutet und wie du deine Hände richtig wäschst und pflegst.

Wer zählt zu den Corona-Risikogruppen?

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kann bei älteren Menschen oder Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen zu einem schweren Krankheitsverlauf führen. Nach aktuellem Stand zählen laut WHO Schwangere nicht zu einer besonders gefährdeten Gruppe, sofern sie keine Grunderkrankungen haben. Auch Kinder scheinen bei Covid-19 nach derzeitigen Erkenntnissen nicht zu einem schweren Krankheitsverlauf zu neigen.

Zu den Corona-Risikogruppen zählen:

Welche Symptome verursacht das neuartige Coronavirus?

Eine Infektion mit dem Coronavirus und die dadurch ausgelöste Erkrankung Covid-19 kann sich durch grippeähnliche Symptome äußern. So schützt du dich vor Grippe.

Folgende Symptome sind bei Covid-19 möglich:

Die Krankheitsverläufe von Covid-19 variieren stark. Es zeigen sich symptomlose oder milde Verläufe bis hin zu Atemproblemen und schweren Pneumonien (Lungenentzündungen) mit Lungenversagen und Tod. Lungenentzündungen werden von Symptomen wie hohem Fieber, Husten, Atembeschwerden (Dyspnoe), beschleunigte Atmung (Tachypnoe) und Schmerzen beim Atmen begleitet.

Was tun bei Coronavirus-Symptomen?

Wenn du dich nicht in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Corona-Risikogebiet aufgehalten hast und keinen direkten Kontakt zu nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten oder zu möglicherweise infizierten Personen hattest, bewahre unbedingt Ruhe. Nimm telefonisch Kontakt zu deinem Hausarzt auf und lass dich über das weitere Vorgehen beraten. Achte auf die unter Coronavirus-Schutz beschriebenen Maßnahmen.

Bei leichten Erkältungssymptomen, leichten Atemwegserkrankungen oder erhöhter Temperatur (>37,5 °C) kontaktiere bitte ebenfalls telefonisch deinen Arzt. Seit dem 9. März 2020 dürfen Ärzte ihren Patienten telefonisch für sieben Tage eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen, ohne dass die Patienten in die Praxis kommen müssen. Voraussetzung dafür ist natürlich eine Beratung und genaue Befragung zu Symptomen und Art der Erkrankung am Telefon. Diese Regelung gilt derzeit zunächst für vier Wochen und soll die Ärzte in Zeiten der Corona-Pandemie entlasten und das Ansteckungsrisiko minimieren.

Du warst kürzlich in einem Corona-Risikogebiet und/oder hattest Kontakt mit einer Covid-19-infizierten Person?

Wenn du direkten Kontakt mit einer an Covid-19 erkrankten Person hattest oder direkten Kontakt mit jemandem, der positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde oder wenn du dich kürzlich in einem vom Robert Koch-Institut ausgewiesenen Corona-Risikogebiet aufgehalten hast, dann solltest du umgehend folgende Schritte einleiten:

Bist du immun gegen das Coronavirus, wenn du Covid-19 überstanden hast?

In einer aktuellen Corona-Studie mit Rhesusaffen gingen chinesische Forscher der Frage nach, ob sich Covid-19-Patienten erneut mit dem Coronavirus anstecken können. Das Ergebnis: Die Rhesusaffen zeigten sich einige Wochen nach einer Infektion resistent gegenüber SARS-CoV-2.

Das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 dockt über sogenannte Spike-Eiweiße an unsere Körperzellen an und bringt sie dazu, das Erbgut des Coronavirus millionenfach zu kopieren. Die Zellen platzen auf und die freigewordenen Viren können weitere Körperzellen befallen. Unser Immunsystem bemerkt die Eindringlinge und bekämpft die Erreger mit Antikörpern, die die Andockstellen des Virus unschädlich machen. Ist deinem Immunsystem das neuartige Coronavirus schon bekannt, weil du schon einmal eine Corona-Infektion durchgemacht hast, kann es auf einen erneuten Virenangriff schneller reagieren und die Erreger unschädlich machen, bevor sie Symptome auslösen können..

Laut den chinesischen Forschern sind die Antikörper, die Menschen gegen das neuartige Coronavirus bilden, mit denen der Rhesusaffen vergleichbar. Daher gehen die Forscher davon aus, dass sich ihre Studienergebnisse auf den Menschen übertragen lassen.

Was passiert, wenn du dich gleichzeitig mit Grippe und Corona infizierst?

Du kannst dich mit dem Influenza-Virus und dem Coronavirus parallel infizieren. In diesem Fall kannst du schwerer erkranken als bei einer Infektion mit nur einer Virusart. Denn dein Immunsystem muss sich gleichzeitig mit zwei Krankheitserregern auseinandersetzen. Eine große Herausforderung, da unser Immunsystem bei Erstinfektion noch keine Erfahrung mit dem neuartigen Coronavirus hat. Besteht ein Grippeschutz durch eine Grippe-Impfung, „weiß“ dein Immunsystem, was im Ernstfall zu tun ist. Es kenn den Influenza-Virus und kann die Abwehrmechanismen schneller in Gang setzen. Lies mehr zur Wirkung der Grippe-Impfung.

Kannst du dich durch importierte Lebensmittel mit SARS-CoV-2 anstecken?

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Die Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus über Oberflächen, die nicht zur direkten Umgebung eines Covid-19-Erkrankten gehören, wie beispielsweise importierte Waren, Lebensmittel, Postsendungen oder Gepäck, erscheint laut Robert Koch-Institut unwahrscheinlich.

Können Haustiere SARS-CoV-2 verbreiten?

Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass du dich bei Haustieren anstecken kannst. Ebenso gibt es keine Hinweise darauf, dass du deine Haustiere anstecken kannst. Die WHO empfiehlt aber generell, sich auch nach dem Kontakt mit Tieren die Hände gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. Hände richtig waschen und pflegen.

Wie kannst du dich vor dem Coronavirus schützen?

Es ist offen, wie viele Menschen sich insgesamt mit dem Coronavirus infizieren werden und über welchen Zeitraum dies geschehen wird.

Das Bundesministerium für Gesundheit rät derzeit:

Wann auf SARS-CoV-2 testen?

Wer auf das Coronavirus getestet wird, entscheiden derzeit Kliniken und Hausärzte. Symptome wie Fieber, Halsschmerzen und Atembeschwerden allein reichen für einen SARS-CoV-2 Test nicht aus. Dafür musst du in den letzten 14 Tagen vor Ausbruch der möglichen Corona-Symptome außerdem Kontakt zu einer nachweislich infizierten Person gehabt haben oder dich in einer Region aufgehalten haben, in der das Coronavirus flächendeckend nachgewiesen wurde. Corona-Risikogebiete sind laut RKI nach derzeitigem Stand:

Wie läuft der Coronavirus-Test ab?

Um das Coronavirus nachzuweisen, können laut Empfehlungen des Robert Koch-Instituts Abstriche aus Nase und Rachen genommen werden sowie aus dem Hustenauswurf. Die Probenentnahme kann nach telefonischer Absprache in einer Arztpraxis erfolgen, in Abstrichstellen oder auch in extra eingerichteten Corona-Zentren. Der Corona-Test selbst dauert nur wenige Minuten. Die Untersuchung der genommenen Proben im Labor dauert in der Regel ein bis zwei Tage. Denn einen Coronavirus-Schnelltest gibt es derzeit noch nicht. Daher müssen sich alle auf Corona-Getesteten gedulden, bis die Ergebnisse vorliegen und sie informiert werden. Auch hier gilt: Ruhe bewahren.

Coronavirus-Test negativ – was heißt das?

Solltest du vom zuständigen Gesundheitsamt zum Coronavirus-Test geschickt werden und bis das Testergebnis vorliegt vorsorglich in häuslicher Quarantäne verbleiben, wird bei negativem Coronavirus-Test die häusliche Quarantäne in der Regel wieder aufgehoben. Doch auch wenn du negativ auf SARS-CoV-2 getestet wurdest, solltest du die derzeit geltenden Vorsichts- und Schutzmaßnahmen weiterhin strikt einhalten.

Coronavirus-Test positiv – was passiert jetzt?

Wird Covid-19 im Labor nachgewiesen, können derzeit nur die Symptome behandelt werden. Eine einheitliche und spezifische Behandlung ist derzeit nicht möglich, da noch keine Medikamente gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen. Je nach Gesundheitszustand werden Covid-19-Infizierte in häuslicher Quarantäne oder in stationärer Unterbringung behandelt.

Da SARS-CoV2 hauptsächlich über Husten und Niesen übertragen wird, ist es zum Bruch der Infektionskette besonders wichtig, Infizierte zu isolieren. Je nach Verlauf und Schwere der Covid-19-Erkrankung erfolgt zur Therapie von Corona:

Die Wirksamkeit von verschiedenen antiviralen Medikamenten gegen das neuartige Coronavirus wird derzeit erprobt.

Schützt die Pneumokokken-Impfung vor Corona?

Es gibt Impfstoffe gegen Lungenentzündung wie den Pneumokokken-Impfstoff und den Haemophilus-Influenza-Typ-B-(Hib)-Impfstoff. Sie bieten laut WHO aber keinen Schutz gegen das neue Coronavirus. Wann zur Hib-Impfung?

Denn SARS-CoV-2 ist ein Virus und Haemophilus influenzae Typ b sowie Pneumokokken sind Bakterien. All diese Erreger können zwar eine Lungenentzündung mit schwerem oder lebensgefährlichem Verlauf auslösen, doch die jeweiligen Impfungen können nur gegen die speziellen Erreger Schutz bieten.

Die Pneumokokken-Impfung kann ältere Menschen allerdings davor schützen, dass sie nach einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus auch noch mit dem bakteriellen Erreger einer Lungenentzündung infiziert werden. Ist das Lungengewebe durch eine Corona-Erkrankung geschädigt, besteht die Gefahr, dass es anfälliger für bakterielle Infektionen wird.

Wann und wann besser nicht zur Pneumokokken-Impfung?

Die beim Robert Koch-Institut ansässige Ständige Impfkommission (STIKO) hat kürzlich ihre Impfempfehlung zur Pneumokokken-Impfung angepasst. Demnach sollten Erwachsene gegen Pneumokokken geimpft werden, die

Was passiert, wenn du unter Coronavirus-Quarantäne gestellt bist?

Wenn du dich mit dem Coronavirus infiziert hast, kann es bis zu zwei Wochen dauern, bis du erste Krankheits-Symptome zeigst. Deshalb müssen nicht nur die Erkrankten und positiv auf Corona Getestete in Quarantäne, sondern auch ihre Kontaktpersonen und sämtliche Verdachtsfälle bis deren Testergebnis vorliegt.

Das jeweils zuständige Gesundheitsamt ordnet die Quarantäne an. Es beurteilt die Lage und entscheidet, wie weiter verfahren wird. Wenn du aufgrund des Verdachts, dich mit dem Coronavirus infiziert zu haben, unter Quarantäne gestellt wirst, bedeutet dies nicht automatisch, dass du in ein Isolationszimmer einer Klinik musst. Gerade bei Verdachtsfällen entscheidet das Gesundheitsamt häufig, Betroffene unter häusliche Quarantäne zu stellen.

Personen unter häuslicher Quarantäne werden vom Gesundheitsamt betreut und unterstützt. Allerdings müssen unter Corona-Quarantäne stehende Menschen auch selbst ihren Gesundheitszustand kontrollieren. Zweimal täglich sollte Fieber gemessen werden. Und in einer Art Tagebuch wird der Zustand protokolliert. Symptome, die Körpertemperatur, allgemeine Aktivitäten und Kontakte zu anderen Personen sollen hier aufgeschrieben werden.

Wenn du unter Quarantäne gestellt worden bist, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Das Infektionsschutzgesetz sorgt in Deutschland dafür, dass für sechs Wochen nach Beginn des Verdienstausfalls das Gehalt weitergezahlt wird. Wenn die Quarantäne nach den sechs Wochen noch andauert, wird Krankengeld gezahlt.

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Auf DocInsider werden die in der AU-Bescheinigung verwendeten ICD-10 Diagnosekürzel erklärt.

Diagnosekürzel

Um Krankheiten einheitlich zu definieren, benutzen Ärzte, Zahnärzte und Psychologen auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen den Diagnoseschlüssel ICD-10. Hier findest du die Übersetzung der einzelnen ICD-10 Codes.
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Laborwerte

Wissenswertes über Blutwerte, Urinwerte und Werte aus Stuhlproben. Hier erfährst du, wofür die Abkürzungen stehen, welche Werte normal sind, was Abweichungen bedeuten können und was du zur Verbesserung der Werte tun kannst.
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