3-D-Aufnahme des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, ein behülltes RNA-Virus.
Derzeit gibt es noch keinen verfügbaren Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2.

Impfstoff zum Schutz vor Covid-19

Bisher gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff zum Schutz vor Covid-19, der neuen durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Atemwegsinfektion. Es wird allerdings mit Hochdruck an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffes gearbeitet (Stand 29.5.2020). Erfahre in unserem Artikel 15 Fragen zu SARS-Cov-2 und Covid-19 mehr über Symptome, Ansteckungswege und Schutzmaßnahmen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt auf die Frage nach einem Corona-Impfstoff: „Momentan steht kein Impfstoff zur Verfügung, der vor einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus schützt. Weltweit wird intensiv an solchen Impfstoffen gearbeitet. Wann ein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 verfügbar sein wird, ist derzeit noch nicht zu sagen.“

Im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 fallen in den Medien auch immer wieder die Begriffe Herdenimmunität und Riegelungsimpfung. Erfahre, welche Vorteile die Herdenimmunität beim Ausbruch einer Pandemie bieten kann.

Impfstoff-Typen im Corona-Test

Bei Vektor-Impfstoffen wird ein sogenannter viraler Vektor benutzt. Ein viraler Vektor ist ein bekanntes Virus (Impfvirus), das gentechnisch als neues Virus „verkleidetet“ wurde und sich im Menschen vermehren kann, ohne eine Erkrankung auszulösen. Im Falle von SARS-CoV-2 tauschen Forscher beim Impfvirus ein oder mehrere der Oberflächenproteine durch SARS-CoV-2-Proteine aus. Wirst du damit geimpft, wird deinem Immunsystem eine Covid-19-Infektion vorgetäuscht. Dein Immunsystem baut durch die körpereigene Abwehr einen Immunschutz auf, der zukünftig bei Kontakt mit dem echten Virus (SARS-CoV-2) helfen soll.

Beim MERS-Coronavirus, einem nahen Verwandten des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2, wurden MVA-Viren als virale Vektoren verwendet. MVA steht für „Modifizierter Vacciniavirus Ankara“. Das Impfvirus MVA wurde dazu so abgeschwächt, dass es als harmloser Vektor für andere Lebendimpfstoffe dienen kann. Eventuell auch als Ausgangspunkt für den Corona-Impfstoff.

Subunit-Impfstoffe, auch Subunitvakzine oder Untereinheitenimpfstoffe genannt, sind sogenannte Totimpfstoffe. Sie enthalten keine vermehrungsfähigen Krankheitserreger, sondern abgetötete Krankheitserreger, Bestandteile der Krankheitserreger wie Virusproteine oder Bestandteile der Gifte von Krankheitserregern. Totimpfstoffe verleihen in der Regel nicht sofort nach der ersten Impfdosis einen ausreichenden Abwehrschutz. Impfungen mit Totimpfstoffen werden daher als sogenannte Teilimpfungen durchgeführt und müssen mehrfach wiederholt werden. Was sind Lebendimpfstoffe und was sind Totimpfstoffe?

Grundlage von DNA-Impfstoffen, auch Genbasierte Impfstoffe genannt, sind  Teilstücke des Erbguts (DNA) von Bakterien oder Viren. Sie enthalten den Bauplan für sogenannte Antigene, also Erregermerkmale, die dein Immunsystem aktivieren. Anstatt diese DNA erst in andere Zellen (z.B. Bakterien) einzuschleusen, die dann die Antigene für die Impfstoffe bilden, kann die Impfstoff-DNA auch direkt in die Zellen des Menschen eingeschleust werden. Dann können, vereinfacht gesagt, deine Zellen den Impfstoff selbst herstellen.

Um Körperzellen dazu anzuregen, Wirkstoffe zur Abwehr des Coronavirus zu erzeugen, setzen Forscher auf die sogenannte  Boten-RNA, kurz mRNA (messenger RNA). RNA steht für die Ribonukleinsäure, die in der Zelle genetische Informationen für den Aufbau von Proteinen umsetzt. Nach der Injektion des genbasierten Corona-Impfstoffes, der ausgewählte Gene des Virus in Form von mRNA oder DNA enthält, lesen deine Zellen die Information aus und bauen Viruseiweiße nach. Dein Immunsystem erkennt diese als Fremdstoffe und leitet die Immunreaktion ein, indem es Antikörper bildet.

Auf welchem Wirkprinzip auch immer der zukünftige Corona-Impfstoff aufbauen wird: Ein Corona-Impfstoff kann, wie alle anderen Impfungen auch, nur die Gesunden vorbeugend schützen. Bereits an Covid-19 Erkrankte können damit nicht geheilt werden.

Ob, wie beim Grippe-Impfstoff, eine jährliche Anpassung des Corona-Impfstoffes nötig sein wird und ob eine Corona-Pandemie im nächsten Winter erneut auftreten wird, darüber gibt es zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine verlässlichen Angaben. Wann zur Grippe-Impfung?

Phasen der Corona-Impfstoff-Entwicklung

Damit ein Corona-Impfstoff und generell ein neu entwickelter Impfstoff sicher und verträglich für alle Menschen ist, muss er vor der Zulassung verschiedene Phasen durchlaufen. Da dies normalerweise seine Zeit dauert, wird beim Corona-Impfstoff zurzeit alles versucht, um dieses Vorgehen zu beschleunigen. Folgende Phasen werden bei der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffes durchlaufen:

Analyse des Virus: Wie ist SARS-CoV-2 aufgebaut, wie gelangt es in Zellen und welche Bestandteile des Virus rufen Immunreaktionen hervor?

Impfstoff-Design: In dieser Phase der Impfstoff-Entwicklung wird der Aufbau des Impfstoffs festgelegt: Welche Bestandteile vom Virus und welche Zusatzstoffe sollen im Impfstoff enthalten sein.

Vorklinische Phase: In der vorklinischen Phase wird der Impfstoff zunächst an Tieren auf seine Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet.

Klinische Phase 1: Fallen die Ergebnisse im Tierversuch wie erwünscht aus, wird der Impfstoff an einer kleinen Gruppe von Freiwilligen getestet. Hierbei soll herausgefunden werden, ob der Impfstoff gut verträglich ist oder ob er Nebenwirkungen auslöst.

Phase 2: In Phase 2 wird an mehreren tausend Menschen getestet, ob der neue Impfstoff die gewünschte Wirkung zeigt. Außerdem wird getestet, welche Dosis des Impfstoffes benötigt wird, damit unser Immunsystem in gewünschter Weise reagiert.

Phase 3: Um die Dosierung, Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen des neuen Impfstoffes noch exakter ermitteln zu können, wird er in Phase 3 an bis zu 20.000 Menschen getestet.

Zulassungsverfahren: Nach Überprüfung aller Testergebnisse erfolgt in Deutschland die Zulassung für den Impfstoff durch das Paul-Ehrlich-Institut.

Massenproduktion: Für die Versorgung der Bevölkerung wird der neue Impfstoff in Massen produziert.

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