Influenza-Viren sind die Erreger der Grippe.
Bei der Grippe handelt es sich um eine Infektionserkrankung, die weltweit vorkommt. Ausgelöst wird die Grippe durch Influenza-Viren. Sie werden von Mensch zu Mensch übertragen.

Grippe (Influenza): Was ist das?

Die Grippe wird aufgrund ihres Erregers, dem Influenza-Virus, auch Influenza genannt. Influenza ist eine Infektionserkrankung, die besonders gehäuft im Winterhalbjahr auftritt.

Diese saisonale Grippe (Influenza) wird von Mensch zu Mensch übertragen. Anstecken kannst du dich zum Beispiel durch das Einatmen kleinster Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen von erkrankten Mitmenschen freigesetzt werden. Auch Schmierinfektionen sind möglich. Schmierinfektionen sind Ansteckungen über Händeschütteln oder durch das Berühren infizierten Oberflächen und anschließendem Hand-Gesicht-Kontakt. Der Übertragungsweg von Mensch zu Mensch hilft dem Virus sich zu verbreiten und sogenannte Grippewellen auszulösen. Andere Arten der Grippe wie die Vogelgrippe oder die Schweinegrippe sind Formen der Influenza, die bei Tieren vorkommen, aber auch auf den Menschen übertragen werden können.

Die Influenza-Viren lassen sich in unterschiedlichen Gruppen unterteilen. Die saisonale Grippe beim Menschen wird durch Influenza-Viren der Gruppe A oder B ausgelöst. Die Influenza A-Viren können entsprechend ihres Aufbaus und ihrer Oberflächenstrukturen nochmals genauer eingeteilt werden, was für die Herstellung der Impfstoffe von besonderer Bedeutung ist. Auf ihrer Oberfläche tragen die Influenza A-Viren bestimmte Eiweiße, wie Hämagglutinin (H) und Neuraminidase (N), die es wiederum in zahlreichen unterschiedlichen Ausführungen gibt. Gemäß dieser Oberflächen-Eiweiße werden dann bestimmte Subtypen des Influenza A-Virus benannt wie zum Beispiel Subtyp H1N1 oder H3N2.

Jede Saison wird der Impfstoff dann genau auf die jeweilig zirkulierenden Virus-Subtypen abgestimmt. So enthielt der Impfstoff in der Saison 2017/2018 unter anderem zum Beispiel die Subtypen H1N1 und H3N2.

Zur typischen Grippe-Erkrankung gehören Symptome wie:

  • Abgeschlagenheit.
  • Fieber.
  • Muskelschmerzen.
  • Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Schüttelfrost.
  • Husten, Schnupfen.
  • Übelkeit bzw. Erbrechen.
  • Durchfall.

Oftmals treten die Symptome relativ plötzlich ein bis zwei Tage nach Ansteckung auf (Inkubationszeit). Die Grippe (Influenza) dauert in der Regel zwischen fünf und sieben Tagen. Davon bist du ungefähr vier oder fünf Tage ansteckend.

Wie lange die Grippe (Influenza) dauert und wie stark sich die Grippe-Symptome ausprägen, hängt von deiner körperlichen Verfassung ab. Besonders schwere Verläufe mit Komplikationen wie einer Herzmuskelentzündung oder einer Lungenentzündung betreffen oft ältere Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen. Dazu gehören zum Beispiel chronische Lungenerkrankungen, Stoffwechselerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Schwangere sind besonders durch die Influenza gefährdet. Doch nicht jeder, der sich mit einem Influenza-Virus ansteckt, erkrankt auch daran. Ungefähr ein Drittel der Ansteckungen führt zu einem asymptomatischen Verlauf, das heißt zu einer Grippe-Erkrankung ohne Krankheitszeichen

Ebenso können auch viele andere Viren Grippe-Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Husten, Schnupfen und Halsschmerzen hervorrufen. Oftmals ist dann nicht ein Influenza-Virus, sondern ein anderes Virus für den grippalen Infekt verantwortlich.

Grippe-Impfung: Welche Arten gibt es?

Die Grippe-Impfung ist eine aktive Impfung. Diese Art der Impfung regt dein Immunsystem dazu an, körpereigene Abwehrkräfte und Antikörper gegen das Virus zu bilden.

Es existiert derzeit ein Totimpfstoff, der zur regulären Grippe-Impfung eingesetzt wird. Außerdem ein Lebendimpfstoff, der zur Impfung von Kindern mit besonderen Vorerkrankungen eingesetzt wird.

Totimpfstoff gegen Influenza

Der Influenza-Impfstoff, der für die Grippe-Impfung in der Regel verwendet wird, ist ein Totimpfstoff. Das bedeutet, er enthält keine lebensfähigen Viren. Er enthält Oberflächen-Eiweiße der Viren, die dafür sorgen, dass dein Körper eine wirkungsvolle Immunabwehr gegen Erreger mit diesen Oberflächen-Eiweißen bilden kann. Bei der Influenza-Impfung dienen die Oberflächen-Eiweiße Hämagluttinin und Neuraminidase, an Trägerstoffe gebunden, als sogenannte immunogene Bestandteile. Das heißt, dein Immunsystem erkennt nach der Impfung die Eiweiße Hämagglutinin und Neuraminidase als fremde Bestandteile der Grippe-Viren und kann so im Falle eines Kontakts zu Influenza-Viren sofort auf die erlernten Abwehrmechanismen zurückgreifen und das Virus eliminieren.

Vor jeder Grippe-Saison erforschen Wissenschaftler, welche Influenza-Viren in der kommenden Saison besonders relevant sein werden. Entsprechend der Subtypen der Viren werden dann Impfstoffe hergestellt, die gegen diese Virus-Subtypen gerichtet sind. So enthält ein Grippe-Impfstoff jede Saison unterschiedliche Bestandteile und kann uns so je nach Saison gegen unterschiedliche Typen der Influenza-Viren schützen.

Lebendimpfstoff gegen Grippe

Für Kinder und Jugendliche zwischen dem 2.-17. Lebensjahr mit besonderen Vorerkrankungen kann statt des Totimpfstoffs auch ein Lebendimpfstoff verwendet werden. Lebendimpfstoffe enthalten lebens- und vermehrungsfähige, aber abgeschwächte Viren. In der Regel rufen Lebendimpfstoffe stärkere und effektivere Abwehrreaktionen des Immunsystems hervor. Der Lebendimpfstoff wird in Form eines Nasensprays verabreicht. Allerdings nur, wenn Gründe gegen eine Spritze in den Muskel wie zum Beispiel Blutungsneigungen bestehen. Ansonsten wird der Totimpfstoff bevorzugt verabreicht.

Grippe-Impfung: Wann impfen?

 Die Grippe-Impfung wird intramuskulär verabreicht, also in den Muskel gespritzt. Der richtige Zeitpunkt zur Grippe-Impfung ist jährlich vor Beginn der Grippe-Saison. Die Influenza breitet sich besonders in den Wintermonaten aus. Um vor der Ausbreitung der Grippe bereits einen Impfschutz zu haben, ist daher im September bis November der richtige Zeitpunkt, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Die Grippe-Impfung besteht lediglich aus einer einzelnen Gabe des Impfstoffs. Nach der Grippe-Impfung dauert es circa zwei Wochen bis dein Impfschutz vollständig ausgebildet ist. Manchmal kann auch eine Impfung während der Grippe-Welle noch sinnvoll sein. Sprich am besten deinen Arzt frühzeitig im Spätsommer oder Herbst auf die Impfung an. Dann bleibt euch genug Zeit deinen Impftermin zu planen.

Da der Influenza-Impfstoff von Jahr zu Jahr unterschiedlich zusammengesetzt wird, weil er je nach Auftreten der unterschiedlichen Virus-Subtypen genau auf die aktuelle Grippeverbreitung angepasst ist, schützt die Grippe-Impfung nur für die entsprechende Grippe-Saison. Daher ist im darauffolgenden Jahr eine erneute Grippe-Impfung mit dem aktualisierten Influenza-Impfstoff nötig.

Grippe-Impfung: Wer sollte sich impfen lassen?

Die Grippe-Impfung gegen die saisonale Influenza wird für bestimmte Personengruppen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI) empfohlen.

Dazu gehören Personengruppen, die entweder durch ihren Beruf oder den Kontakt zu vielen Menschen besonders gefährdet sind, an Grippe zu erkranken. Außerdem solche, die aufgrund ihres Alters oder ihrer gesundheitlichen Situation ein besonderes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Empfohlen wird die Grippe-Schutzimpfung für:

  • Menschen ab dem 60. Lebensjahr.
  • Menschen, die in Alters- oder Pflegeheimen leben.
  • Schwangere.
  • Personen mit chronischen Erkrankungen wie beispielsweise chronischen Lungenerkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen, Abwehrschwäche.
  • Kinder und Jugendliche mit besonderen Vorerkrankungen wie chronische Erkrankungen.
  • Menschen, die aufgrund ihres Berufs ein erhöhtes Risiko für eine Ansteckung mit dem Grippe-Virus haben. Dazu gehören Personen, an deren Arbeitsstelle mit viel Publikumsverkehr herrscht oder Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Diese stellen eine potentielle Ansteckungsquelle für die von ihnen betreuten Patienten dar und sollten sich daher zum Schutz der Patienten gegen Grippe (Influenza) impfen lassen.

Vielleicht fragst du dich, warum die Impfung nicht auch für gesunde Jugendliche oder Erwachsene empfohlen wird. Die Begründung der STIKO bezieht sich hier auf den in der Regel leichten und komplikationslosen Verlauf der Grippe. Gesunde Personen ohne Vorerkrankungen erkranken in der Regel nicht schwer an einer Grippe. Ihr Immunsystem ist in der Lage, den Erreger effektiv zu bekämpfen. Daher stellt die Influenza für gesunde Personen im Gegensatz zu älteren Personen oder Personen mit Vorerkrankungen in der Regel kein besonderes Risiko dar.

Das heißt aber nicht, dass du dich nicht gegen Influenza impfen lassen kannst, wenn du das möchtest. Sprich am besten mit deinem Arzt. Gemeinsam könnt ihr entscheiden, ob eine Grippeschutz-Impfung für dich sinnvoll ist. Am besten erkundigst du dich auch bei deiner Krankenkasse. Denn nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Grippe-Impfung für Nicht-Risikogruppen.

Wenn du eine Fernreise planst, mit dem Kreuzfahrtschiff, Bus, Bahn oder Flugzeug unterwegs bist, in organisierten Touristengruppen oder als Pilger reist, dann ist aus Reisemedizinischer Sicht eine Influenza-Impfung sinnvoll. Stattfinden sollte die Impfung möglichst vor Beginn der Grippesaison auf den jeweiligen Erdhalbkugeln. Das heißt auf der Nordhalbkugel von November bis April, auf der Südhalbkugel von Mai bis Oktober.

Grippe durch Grippe-Impfung

Du hast die Influenza-Impfung erhalten und hast trotzdem Grippe-Symptome wie Husten, Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen und Gliederschmerzen? Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich mit einer Grippe (Influenza) nach einer erfolgreichen Schutzimpfung angesteckt hast, ist gering. Dennoch kann die Influenza-Impfung im Vergleich zu anderen Schutzimpfungen weniger wirksam sein. Das liegt unter anderem daran, dass die Impfstoffe vor der Grippe-Saison entwickelt werden müssen. Wissenschaftler erforschen, welche Virus-Stämme in der kommenden Saison vermutlich die wichtigsten Grippe-Erreger sein werden. Diese Prognosen können, wenn sich Virus-Subtypen während der Grippe-Saison ändern bzw. noch andere Virus-Subtypen zu den häufigen Grippe-Erregern dazukommen, unsicher sein. Stimmen die Prognosen zu den zirkulierenden Virus-Typen und damit die Zusammensetzung der Impfstoffe allerdings gut mit den vorherrschenden Virus-Typen überein, bietet die Impfung in der Regel einen hohen Schutz.

Doch woher kommen nun die Grippe-Symptome nach der Grippe-Impfung? Hast du dich zum Beispiel kurz vor oder kurz nach der Influenza-Impfung mit dem Grippe-Virus angesteckt, ist dein Impfschutz noch nicht ausgeprägt. Daher kann es sein, dass du an einer Grippe erkrankst, obwohl du geimpft bist. Außerdem gibt es Menschen, deren Immunsystem nicht auf die Impfung reagiert. Die Personen werden Impfversager genannt. Bei diesen Impfversagern bieten Impfungen leider keinen Schutz vor der Erkrankung.

Oftmals werden Grippe-Symptome auch fälschlicherweise auf das Influenza-Virus zurückgeführt. Hast du Fieber, Husten oder andere Grippe-typische Symptome, kann auch ein grippaler Infekt durch andere Viren der Grund dafür sein.

Grippe-Impfung: Wann nicht impfen?

Du solltest dich nicht gegen Grippe (Influenza) impfen lassen, wenn du an einer Erkrankung leidest, die mit Fieber über 38,5°C einhergeht. Auch eine schwere akute Infektion stellt einen Grund dar, die Impfung nicht durchzuführen. Hast du Allergien gegen die Bestandteile des Grippe-Impfstoffs, sprich deinen Arzt an, ob eine Influenza-mpfung dennoch möglich ist.

Erkältungen, Schnupfen oder ähnliche leichte Symptome stellen keinen Hinderungsgrund für eine Grippe-Impfung dar. Auch stillende Mütter können sich impfen lassen.

Grippe-Impfung: Wann auffrischen?

Die Grippe-Impfung kann jährlich in den Monaten September bis November durchgeführt werden. Eine Auffrischungsimpfung ist nicht notwendig. Denn die jährliche Impfung stellt keine Auffrischung dar, sondern eine neue Impfung. Die Bestandteile des Grippe-Impfstoffs werden jährlich saisonal an die aktuelle Virus-Lage angepasst und enthalten daher von Jahr zu Jahr unterschiedliche Virus-Subtypen. Einmal gepiekst, schützt dich die Grippe-Impfung für die kommenden 6-12 Monate, also für eine Grippe-Saison und nicht für die kommenden Jahre.

Grippe-Impfung: Kann die Influenza-Impfung jederzeit nachgeholt werden?

Die Grippe-Impfung sollte idealerweise in den Monaten September bis November durchgeführt werden, damit bereits vor Beginn der Grippe-Saison ein ausreichender Impfschutz vorhanden ist. Hast du den Zeitpunkt verpasst, kann es manchmal aber dennoch sinnvoll sein, sich auch in den Wintermonaten noch gegen die Grippe (Influenza) impfen zu lassen. Frage am besten deinen Arzt, ob eine Grippe-Impfung zu diesem Zeitpunkt noch möglich und sinnvoll ist. Auch eine spät erfolgte Impfung kann dich eventuell vor einer Influenza schützen. Die Impfung kann außerdem den Krankheitsverlauf mildern und dich davor schützen, als Überträger des Virus zu fungieren und andere Menschen anzustecken.

Welche Nebenwirkungen können bei der Grippe-Impfung auftreten? 

Nebenwirkungen, die bei allen Impfungen auftreten können, sind Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schwellung und Schmerz. Auch leichte Erkältungssymptome wie Schnupfen, Fieber, Kopfschmerzen oder Müdigkeit können bei der Grippe-Impfung auftreten. Diese Symptome halten in der Regel jedoch nicht lange an.

 

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