Zecken können die Frühsommer-Meningoenzephalitis übertragen. Gegen FSME gibt es eine Impfung.
Zecken können beim Gang durch Feld und Wiese von Gräsern und Büschen abgestreift werden. Die kleinen Blutsauger können Borreliose und FSME übertragen. Gegen FSME gibt es eine Impfung.

FSME: Was ist das?

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis. Das ist eine durch Viren verursachte Gehirn-, Gehirnhaut- oder Rückenmarksentzündung. Die FSME-Erreger können durch Zeckenstiche übertragen werden. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch kommt nicht vor.

Beim Stich sondern Zecken ein Enzym ab, was die Blutgerinnung an der Saugstelle hemmt. Dabei können sogenannte Flaviviren in dein Blut gelangen. Die Folge: Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindel. Bei den meisten Betroffenen verschwinden diese grippeähnlichen Symptome nach einigen Tagen wieder. Bei einigen Erkrankten kommt es allerdings nach etwa einer Woche zu hohem Fieber, Erbrechen und Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten oder Rückenmark. Außerdem können bei FSME Bewegungsstörungen, Lähmungen oder verändertes Bewusstsein bis hin zum Koma vorkommen. Ist das Rückenmark mitbetroffen, können Schluck- und Sprachbeschwerden, Lähmungen im Gesichtsbereich sowie Atemlähmungen auftreten.

Bist du von einer Zecke gestochen worden, solltest du auch deinen Tetanus-Schutz überprüfen lassen. In unserem Medizin-Dolmetscher unter Impfungen findest du Wissenswertes zur Tetanus-Impfung.

Die Hauptübertragungszeit von FSME liegt in der Zeckensaison zwischen April und November. Ist der Winter besonders mild, kann sich das Infektionsrisiko weiter nach hinten verschieben. FSME übertragende Zecken können in Mitteleuropa bis in Gebieten mit Höhen von über 1300 Metern vorkommen.

FSME-Risikogebiete finden sich hauptsächlich in Bayern, Baden-Württemberg, im südlichen Hessen und im südöstlichen Thüringen.

Erfahre, wie du dich vor FSME schützen kannst und wie du Zecken richtig entfernst.

FSME-Impfung: Wann impfen?

Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten sich nicht nur Menschen in sogenannten Zecken-Risikogebieten impfen lassen. Wenn du viel im Freien unterwegs bist, durch Feld, Wald und Wiesen läufst oder joggst, gerne im Garten arbeitest oder dich beruflich bedingt viel in der freien Natur aufhalten musst (beispielsweise als Förster oder Waldarbeiter), kann ein ausreichender Zeckenschutz durchaus sinnvoll sein. Auch wenn du eine Urlaubsreise in Zecken-Risikogebiete planst oder eine Reise ins Ausland, kannst du dich bei deinem Arzt nach einer Zeckenschutz-Impfung erkundigen.

Da die Zeckenzeit meistens ab April beginnt, je nach milder Witterung auch schon früher, kannst du mit der FSME-Impfserie auch schon in den Wintermonaten beginnen. Auf diese Weise kann die Schutzwirkung rechtzeitig aufgebaut werden und – je nach verwendetem Impfschema – ganzjährig oder bis zu drei Jahren bestehen bleiben.

FSME-Impfung: Wann nicht impfen?

Vorsicht ist bei der FSME-Impfung geboten, wenn du auf Bestandteile des Impfstoffes, zum Beispiel Hühnereiweiß, allergisch bist. Leidest du unter einer Autoimmunerkrankung, solltest du mit deinem Arzt die Risiken und den Nutzen der FSME-Impfung abwägen. Denn durch die Zeckenschutzimpfung wird deine Immunabwehr angeregt. Das wiederum könnte deine Autoimmunerkrankung verstärken. Bitte frag deinem Arzt um Rat und besprich das weitere Vorgehen mit ihm.

Wenn dein Immunsystem durch eine Grippe, hohes Fieber, eine Krebserkrankung oder eine andere schwere Erkrankung geschwächt oder stark belastet ist, solltest du ebenfalls die Risiken und den Nutzen einer FSME-Impfung mit deinem Arzt abwägen.

FSME-Impfung: Welche Arten gibt es?

Das Wichtigste zuerst: eine FSME-Erkrankung kann durch eine FSME-Impfung nicht ausgelöst werden! Und: Die FSME-Impfung schützt nicht vor der ebenfalls von Zecken übertragenen Borreliose.

Es gibt zwei Varianten des FSME-Impfstoffes: Einen für Erwachsene ab dem zwölften Lebensjahr und einen für Kinder zwischen einem und elf Jahren.

Die Zeckenschutzimpfung wird dir intramuskulär, das heißt in einen Muskel, gespritzt. Meistens wird der Pikser am Oberarm gesetzt.

Grundimmunisierung

Um einen ausreichenden Impfschutz gegen FSME aufzubauen und dein Immunsystem dazu anzuregen, Antikörper gegen die FSME-Erreger zu bilden, ist in der Regel eine Grundimmunisierung in drei Schritten nötig.

Dazu erhältst du ein bis drei Monate nach der ersten FSME-Impfung eine weitere Impf-Dosis gespritzt. Für eine länger anhaltende Schutzwirkung erfolgt dann – je nach verwendetem Impfstoff – eine dritte Dosis nach weiteren fünf bis zwölf Monaten bzw. nach neun bis zwölf Monaten.

Aktivimpfung

Die FSME-Impfung ist eine sogenannte Aktivimpfung.  Hierbei bekommst du eine abgeschwächte Form des FSME-Erregers gespritzt. Das regt in deinem Körper die Bildung von Antikörpern an. Wirst du nach Aufbau des Impfschutzes durch eine Zecke mit dem FSME-Erreger infiziert, ist dein Immunsystem optimal vorbereitet. Denn durch die Aktivimpfung kennt es die Merkmale der Eindringlinge und kann entsprechend reagieren.

Schnellschema

Benötigst du einen besonders schnellen Schutz, weil du beispielsweise kurzfristig Reisen in FSME-Risikogebiete geplant hast, können zwei bis drei Impfungen nach dem sogenannten Schnellschema zum Einsatz kommen. Je nach verwendetem Impfstoff kann somit schon drei bis fünf Wochen nach der ersten Impfung eine Schutzwirkung erreicht werden. Wie viele Impfungen erforderlich sind und ob eine vorgezogene Auffrischungsimpfung nötig ist, erfragst du bitte bei deinem Arzt. Generell gilt, dass bei einer FSME-Impfung nach dem Schnellschema der Impfschutz ohne Auffrischungsimpfung für ein bis eineinhalb Jahre besteht.

FSME-Impfung: Wann auffrischen?

Wenn dein Ansteckungsrisiko nach der Grundimmunisierung weiter besteht, weil du beispielsweise in einem Risikogebiet lebst, in dem besonders viele Zecken den FSME-Erreger in sich tragen, wird eine erste Auffrischungsimpfung nach drei Jahren empfohlen. Weitere FSME-Auffrischungsimpfungen können im Abstand von jeweils drei bis fünf Jahren erfolgen.

Welche Nebenwirkungen können bei der FSME-Impfung auftreten?

Wenn sich dein Körper mit dem FSME-Impfstoff auseinandersetzt können, wie bei jeder Spritze und bei jeder anderen Impfung auch, Rötungen, Schwellungen und Schmerzen an und um die Einstichstelle entstehen. Das klingt aber in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab.

In den ersten Tagen nach der FSME-Impfung können außerdem auftreten:

Kann auch noch nach dem Zeckenstich geimpft werden?

Wenn du noch nicht gegen FSME geimpft bist und von einer Zecke gestochen wirst, dann ist es für eine FSME-Impfung als Schutzmaßnahme leider zu spät.

Um in der Zukunft bei einem erneuten Zeckenstich vor FSME geschützt zu sein, kannst du dir die FSME-Impfung ab der vierten Woche nach dem ersten Stich verabreichen lassen.

Eine passive Immunisierung durch die Gabe von Antikörpern gegen FSME wird als Sofortschutzmaßnahme nach einem Zeckenstich in Deutschland nicht mehr empfohlen und angewendet.

Bist du gegen FSME geimpft worden, aber ist deine Grundimmunisierung noch nicht abgeschlossen und du wirst in dieser Zeit von einer Zecke gestochen, dann verändert sich das Impfschema für deine weiteren Impfungen. Sprich mit deinem Arzt!

Kann die Grundimmunisierung gegen FSME jederzeit nachgeholt werden?

Hast du dein Kind noch nicht gegen FSME impfen lassen und bist du selbst auch noch nicht geimpft, könnt ihr das bei Bedarf jederzeit nachholen lassen.

Wenn du deinen Impfpass nicht mehr findest und nicht weißt, ob du jemals eine FSME-Impfung erhalten hast oder wann du zuletzt gegen FSME geimpft worden bist, kann dein Arzt eine Blutuntersuchung durchführen lassen. Das Labor bestimmt dann den sogenannten Impf-Titer. Dieser zeigt an, ob dein Blut genug Antikörper gegen den FSME-Erreger aufweist. Die Titerbestimmung kann allerdings nur zeigen, dass Antikörper gegen FSME vorhanden sind. Nicht aber, wie lange dein Impf-Schutz noch andauert. Impfungen gegen Gelbfieber und überstandene Dengue-Fieber-Infektionen können das Ergebnis der FSME-Titerbestimmung verfälschen.

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