Arzt zieht Spritze mit Impfstoff zur Grundimmunisierung auf.
Das Ziel einer Grundimmunisierung ist, deinen Körper immun gegen einen oder mehrere Krankheitserreger zu machen. Dazu sind eine Impfung oder mehrere Teilimpfungen nötig.

Grundimmunisierung: Was ist das?

Bei einer Grundimmunisierung erhältst du eine Impfung oder mehrere Teilimpfungen mit dem gleichen Impfstoff in festgelegten Zeitabständen.

Ziel einer Grundimmunisierung ist es, deinen Körper gegen einen Krankheitserreger immun zu machen. Durch den Kontakt zu dem im Impfstoff enthaltenen Krankheitserreger wie beim Lebendimpfstoff oder die enthaltenen Erregerbestandteile wie beim Totimpfstoff, lernt dein Immunsystem den Krankheitserreger zu erkennen und effektiv zu bekämpfen. Der Organismus kann so bei erneutem Kontakt zum „echten“ Erreger rasch auf die durch die Impfung erlernten immunologischen Abwehrmechanismen zurückgreifen und den Erreger eliminieren. Auf diese Weise können uns Impfungen vor dem Ausbruch einer Erkrankung schützen oder Krankheitsverläufe mildern. Was genau in unserem Körper bei einer Impfung passiert, kannst du bei Infos zur Impfung nachlesen.

Der einmalige Kontakt zum Impfstoff trainiert zwar dein Immunsystem, oftmals sind jedoch mehrere Kontakte zum Krankheitserreger notwendig, um eine optimale Abwehr des Krankheitserregers zu gewährleisten.

Eine Grundimmunisierung kann daher – je nach Impfstoff – anhand einer oder mehrere Impfstoffdosen durchgeführt werden. Das wird als Teilimpfung/en bezeichnet. Für die Verabreichung der Teilimpfungen existieren festgelegte Zeit-Abstände nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Erst nach Vervollständigung einer Grundimmunisierung durch die Verabreichung aller erforderlichen Teilimpfungen kann von einem ausreichenden Impfschutz ausgegangen werden.

Grundimmunisierung mit Lebendimpfstoffen

Ein Beispiel für die Grundimmunisierung mit Lebensimpfstoffen ist die MMR-Impfung. MMR steht für Masern, Mumps und Röteln. Das RKI empfiehlt eine MMR-Grundimmunisierung aus zwei Teilimpfungen im Kindesalter. Die Impfstoffe gegen diese Erkrankungen enthalten lebensfähige aber abgeschwächte Viren. Sie sind also Lebendimpfstoffe.

Die erste Teilimpfung sollte im Alter von 11-14 Monaten durchgeführt werden. Die zweite Teilimpfung im Alter von 15-23 Monaten dient keineswegs der Auffrischung der Impfung, sondern der Vervollständigung des Impfschutzes gegen MMR. Die MMR-Impfung verleiht bei vollständiger Grundimmunisierung in der Regel einen lebenslangen Impfschutz.

Grundimmunisierung mit Totimpfstoffen

Ein Beispiel für eine Grundimmunisierung mit Totimpfstoffen ist die 6-fach Impfung. Das ist eine Kombinationsimpfung gegen sechs Erkrankungen bzw. Krankheitserreger: Keuchhusten (Pertussis), Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B und Kinderlähmung (Poliomyelitis). Insgesamt empfiehlt das RKI eine Durchführung der Grundimmunisierung anhand vier Impfdosen im Alter von 2, 3, 4 und 11-14 Monaten. Von Immunität gegenüber den Erkrankungen kann erst nach Durchführung aller Teilimpfungen ausgegangen werden. Totimpfstoffe verleihen im Gegensatz zu Lebendimpfstoffen keinen lebenslangen Impfschutz und sollten in bestimmten Abständen aufgefrischt werden.

Was passiert, wenn die Grundimmunisierung unvollständig war?

Wenn eine Grundimmunisierung, die aus mehreren Teilimpfungen besteht, nicht vollständig durchgeführt wurde, also nicht alle Teilimpfungen verabreicht wurden, bist du nicht immun gegen die Krankheitserreger. Du bist lediglich teilimmunisiert. Die fehlende Impfdosis kann jedoch jederzeit nachgeholt werden. Die Grundimmunisierung muss dabei nicht vollkommen neu begonnen werden, sondern kann einfach um die fehlenden Impfdosen ergänzt werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass die Mindestabstände zwischen den einzelnen Impfdosen eingehalten werden und nicht unterschritten worden sind. Dein Arzt steht dir bei allen Fragen rund um deinen Impfschutz gerne zur Verfügung.

 

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