J12 bedeutet im ICD-10 Diagnoseschlüssel Viruspneumonie, anderenorts nicht klassifiziert.
Unter J09 bis J18 werden im ICD-10 Diagnoseschlüssel Grippe und Lungenentzündung (Pneumonie) zusammengefasst. J12 steht für Viruspneumonie, anderenorts nicht klassifiziert.

J12: Viruspneumonie, anderenorts nicht klassifiziert

Inkl.: Bronchopneumonie durch andere als Influenzaviren

Exkl.: Aspirationspneumonie bei Anästhesie im Wochenbett O89.0
Aspirationspneumonie bei Anästhesie während der Schwangerschaft O29.0
Aspirationspneumonie bei Anästhesie während der Wehentätigkeit und bei der Entbindung O74.0
Aspirationspneumonie beim Neugeborenen P24.9
Aspirationspneumonie durch feste und flüssige Substanzen J69
Aspirationspneumonie o.n.A. J69.0
Pneumonie bei Grippe J09 J10.0 J11.0
Pneumonie interstitiell o.n.A. J84.9
Pneumonie Lipid J69.1
Pneumonie viral, angeboren P23.0
Kongenitale Röteln-Pneumonie P35.0

Pneumonie: Was ist das?

Pneumonie ist der medizinische Fachausdruck für Lungenentzündung. Lungenentzündungen können durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht werden. Erwachsene mit intaktem Immunsystem erkranken eher an einer bakteriellen Lungenentzündung. Von einer viralen Lungenentzündung, also einer Viruspneumonie, sind häufig Kinder, ältere Menschen und Menschen mit einer Abwehrschwäche betroffen.

Je nach Ausdehnung der Pneumonie wird eine Lobärpneumonie von einer Herdpneumonie unterschieden. Die Lobärpneumonie betrifft einen gesamten Lungenlappen. Eine Herdpneumonie ist durch eine Entzündung eines definierten Areals, eines Entzündungsherdes, charakterisiert. Geht die Lungenentzündung von den Bronchien aus, wird sie auch als Bronchopneumonie bezeichnet.

Weiterhin werden je nach hauptsächlich entzündeten Strukturen alveoläre, also die Lungenbläschen betreffende, Pneumonien von interstitiellen, also die umgehenden Stützstrukturen der Lunge betreffenden, Lungenentzündungen unterschieden. Virale Pneumonien dehnen sich oftmals eher als interstitielle Pneumonie aus.

Anhand der Beschwerden werden Lungenentzündungen entweder als typische Pneumonie oder aber als atypische Pneumonie bezeichnet. Eine typische Pneumonie geht charakteristischerweise mit hohem, plötzlichen Fieber, starkem Krankheitsgefühl, starkem Husten mit Auswurf, Luftnot (Dyspnoe) und Schmerzen beim Atmen einher. Meistens steckt eine bakterielle Infektion mit beispielsweise Pneumokokken hinter der Symptomatik. Eine atypische Pneumonie beginnt eher schleichend mit Kopf- und Gliederschmerzen. Leichtes Fieber, trockener Husten und oftmals nur leicht erhöhte Entzündungswerte treten bei einer atypischen Pneumonie auf. Als Erreger kommen hier neben anderen Bakterien auch Viren in Frage.

J12.0 Pneumonie durch Adenoviren

Adenoviren sind eine Gruppe von Viren, die weltweit vorkommen und eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen an den Atemwegen, dem Magen-Darm-Trakt oder an den Augen auslösen können. Oft sind Adenoviren für Atemwegserkrankungen im Kindesalter verantwortlich. Zu den typischen Krankheiten durch Adenoviren zählen die Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Atemwegsinfekte wie eine Bronchitis oder Schnupfen (Rhinitis), Magen-Darm-Infekte (Gastroenteritis), Rachenentzündungen (Pharyngitis) und Lungenentzündungen (Pneumonie). Oft tritt Fieber im Rahmen der Adenoviren-Infekte auf. Übertragen werden die Adenoviren über Tröpfcheninfektionen zum Beispiel beim Husten, Schmierinfektionen durch mangelnde Hände- bzw. Toilettenhygiene, durch direkten Kontakt zu infektiösen Sekreten und gelegentlich über Wasserübertragung im Schwimmbad. Oft laufen Infektionen mit Adenoviren ohne Symptome ab.

J12.1 Pneumonie durch Respiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren)

RS-Viren ist die Abkürzung für sogenannte Respiratory-Syncytial-Viren. Das sind weltweit vorkommende Viren, die bevorzugt die Schleimhäute der Atemwege befallen und so Infektionen der oberen und unteren Atemwege hervorrufen können. Von RSV-Infektionen betroffen sind Personen jeden Alters, wobei Infektionen mit den Viren im Säuglingsalter und bei Frühgeborenen oft besonders akut verlaufen. Bei Kleinkindern stellen die Respiratory-Syncytial-Viren die häufigsten Erreger von Erkrankungen der unteren Atemwege wie Lungenentzündungen (Pneumonie) dar.

Erkrankungen durch die RS-Viren kommen saisonal gehäuft im Winterhalbjahr von November bis April vor, wobei der Häufigkeitsgipfel der Infektionen im Januar und Februar zu verzeichnen ist. Ansteckungen erfolgen über Tröpfcheninfektion beim Einatmen kleinster, infektiöser Tröpfchen, die eine erkrankte Person zum Beispiel beim Husten oder Niesen in die Luft freisetzt.

Eine Erstinfektion mit RS-Viren zeigt sich häufig durch deutliche Beschwerden. Das Krankheitsspektrum reicht von leichten, oberen Atemwegsinfekten hin zur Ausbreitung auf die unteren Atemwege im Sinne einer Entzündungen der kleinen Bronchien (Bronchiolitis), einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder Entzündung der Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis). Kinder leiden dabei oft unter einer Verengung der Atemwege (Obstruktion) und empfinden Luftnot (Dyspnoe).

Wiederholte RSV-Infektionen kommen in jedem Alter vor und äußern sich weniger schwer als die Erstinfektion in leichteren Atemwegsinfekten. Erwachsene können jedoch auch unter einem grippe-ähnlichen Krankheitsbild mit Fieber, Husten, Abgeschlagenheit und Schnupfen durch RSV leiden.

J12.2 Pneumonie durch Parainfluenzaviren

Parainfluenzaviren sind eine Gruppe von Viren, die Grippe-ähnliche Erkrankungen bzw. Erkrankungen der Atemwege hervorrufen. Sie zählen mit zu den Haupterregern von Atemwegs-Infektionen. Erkrankungen durch Parainfluenzaviren treten sowohl beim Menschen als auch bei Tieren auf. Parainfluenzaviren werden über Tröpfcheninfektionen übertragen. Infektionen treten gehäuft in den Wintermonaten auf.

Ein Erstkontakt mit den Viren erfolgt meist bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter und ruft hohes Fieber und eine Infektion der Atemwege, zum Beispiel eine Entzündung der kleinen Bronchien (Bronchiolitis), des Kehlkopfs und der Luftröhre (Laryngotracheitis) oder der Lunge (Pneumonie) hervor. Bei Kleinkindern lösen Parainfluenzaviren häufig das Krankheitsbild eines Pseudokrupps mit bellendem Husten, Heiserkeit, Atemwegsverengung und Atemnot aus.

Spätere, wiederholte Infektionen mit den Viren zeigen sich zum Beispiel in Schnupfen (Rhinitis) oder einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis) mit Kopf- und Gliederschmerzen. Eine Mitbeteiligung der unteren Atemwege im Sinne einer Lungenentzündung (Pneumonie) oder Entzündung der Luftröhre und Bronchien (Tracheobronchitis) kommt vor.

J12.3 Pneumonie durch humanes Metapneumovirus

Das Metapneumovirus ist ein weltweit verbreitetes Virus und löst Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege aus. Das Metapneumovirus stellt neben den RS-Viren einen der häufigsten Erreger von Entzündungen der kleinsten Bronchien (Bronchiolitis), der Bronchien und der Lunge (Pneumonie) im Kindesalter dar. Kinder können zusätzlich zu Atemwegsbeschwerden eine Mittelohrentzündung (Otitis media) durch die Viren entwickeln. Infektionen mit dem Metapneumovirus treten saisonal vermehrt im Winter auf und verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion. Infizieren können sich Personen jeden Alters.

J12.8 Pneumonie durch sonstige Viren

Eine Vielzahl von Viren kann eine Lungenentzündung (Pneumonie) auslösen. Unter 12.8 können virale Pneumonien klassifiziert werden, die durch andere Viren als die unter 12.0 bis 12.3 aufgeführten ausgelöst werden. 

J12.9 Viruspneumonie, nicht näher bezeichnet

Virale Lungenentzündungen (Pneumonien), deren Erreger nicht genauer spezifiziert wurden, können ohne Angabe des genauen Erregers unter J12.9 eingeordnet werden.

 

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