Wenn der Schweiß übermäßig von der Haut tropft, kann eine Hyperhidrose dahinter stecken.
Als Hyperhidrose wird krankhaftes Schwitzen bezeichnet. Als fokale Hyperhidrose kann es an bestimmten Körperstellen auftreten, als generalisierte Hyperhidrose nur in bestimmten Bereichen.

Was ist Hyperhidrose?

Dass dir bei heißen Temperaturen drinnen und draußen oder in der Sauna und beim Sport der Schweiß aus den Poren rinnt, ist eine völlig normale Reaktion deines Körpers. Denn um nicht heiß zu laufen, muss sich dein Körper abkühlen. Das tut er, indem er aus Schweißdrüsen den Schweiß absondert. Auf der erhitzten Haut verdunstet der Schweiß und kühlt deine Haut dadurch ab.

Die Schweißdrüsen regulieren jedoch nicht nur deine Körpertemperatur. Da der abgesonderte Schweiß neben Wasser vor allem auch Abbauprodukte deines Stoffwechsels enthält, werden deine Nieren entlastet.

Ab wann der normale Schweißfluss krankhaft verläuft, hängt von der individuellen körperlichen und seelischen Verfassung ab. All das kann eine übermäßige, temperaturunabhängige, unvorhersehbare und nicht willentlich kontrollierbare Schweißproduktion beeinflussen. Krankhaftes Schwitzen, auch Hyperhidrose oder Hyperhidrosis genannt, kann als generalisierte Hyperhidrose am ganzen Körper auftreten oder nur an bestimmten Körperteilen. Das heißt dann fokale Hyperhidrose. Hier produzieren vor allem Bereiche mit einer hohen Anzahl an Schweißdrüsen, die begrenzt auf eine kleine Fläche auch noch relativ dicht beieinander liegen, übermäßig viel Schweiß.

Fokale und generalisierte Hyperhidrose

Schweißausbrüche können überall ihre Spuren hinterlassen. Die einzelnen Schweißherde an Hand, Fuß, Achsel, Kopf und Rumpf können dabei auch gleichzeitig aktiv sein. Wird die Hyperhidrose nach dem Ort des Schwitzens eingeteilt, wird zwischen fokaler und generalisierter Hyperhidrose unterschieden. Die fokale Hyperhidrose bezeichnet das übermäßige Schwitzen an einer bestimmten Körperstelle. Die generalisierte Hyperhidrose bezeichnet das krankhafte Schwitzen am ganzen Körper.

Die fokale Hyperhidrose zeigt sich besonders an folgenden Körperteilen:

Antitranspirantien, Deos & Düfte aus der Apotheke

Hyperhidrose: Ursachen

Leidest du an übermäßigem Schwitzen, dann hast du in der Regel weder mehr noch größere Schweißdrüsen als Menschen ohne Hyperhidrose.

Deine Schweißausbrüche können ein Symptom einer Erkrankung sein. Das wird als sekundäre Hyperhidrose bezeichnet. Die sekundäre Form des übermäßigen Schwitzens kann auftreten bei:

Auch als Nebenwirkung bestimmter Medikamente kann die Hyperhidrose auftreten. Häufig ist das der Fall bei:

Bitte beachte: Setze die Medikamente, die womöglich das vermehrte Schwitzen bei dir verursachen, auf keinen Fall auf eigene Faust ab. Sprich unbedingt vorher mit deinem Arzt darüber.

Schweißhände werden meistens von überaktiven Schweißdrüsen verursacht. Das wiederum ist in der Regel genetisch bedingt. Eine weitere Ursache für Schweißhände kann emotional bedingt sein. Ängstliche Menschen und solche, die sich sehr schnell sehr stark aufregen, leiden häufig an Schweißhänden.

Primäre und sekundäre Hyperhidrose

Bei einem Großteil aller Hyperhidrose-Fälle kann keine Ursache gefunden werden. Auslöser der Schweißausbrüche sind dann weder andere Erkrankungen noch Nebenwirkungen von Medikamenten. Das wird als primäre Hyperhidrose bezeichnet. Sie beginnt häufig schon im Kindes- und Jugendalter und erstreckt sich meistens nur auf bestimmte Körperbereiche (fokale Hyperhidrose).

Hervorgerufen werden kann die primäre Hyperhidrose durch eine Fehlregulation des autonomen Nervensystems. Das autonome (vegetative) Nervensystem ist für die Steuerung deiner Organe und Drüsen wichtig. Es heißt autonom, weil es eigenständig arbeitet ohne dass es uns bewusst ist. Du kannst das Atmen, Verdauen und Schwitzen nicht willentlich steuern, es läuft von selbst. Teile deines vegetativen Nervensystems sind Sympathikus und Parasympathikus. Der Sympathikus sorgt in deinem Organismus für eine Aktivitätssteigerung. Der Parasympathikus ist für Ruhe- und Regenerationsphase zuständig.

Bei der Hyperhidrose ist der  Sympathikus aus ungeklärten Gründen überaktiv. Er sorgt für eine übermäßige Stimulation der Schweißdrüsen. Beeinflusst wird die primäre Hyperhidrose auch durch psychische Faktoren wie Angst oder Stress. Feuchte Hände und nasse Achseln verstärken die Unsicherheit, versetzten die Betroffenen in Stress und somit schwitzen sie noch mehr. Um den Schweißausbrüchen zu entgehen, isolieren sich viele Betroffene von ihrer Außenwelt. Nicht selten erkranken sie auch an Depressionen.

Bei der sekundären Hyperhidrose ist das krankhafte Schwitzen eine Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung wie beispielsweise Fettleibigkeit (Adipositas), Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), Diabetes mellitus, psychische Erkrankungen oder Bluthochdruck. Auch Nervenschädigungen durch eine Gehirnblutung, Verletzungen am Rückenmark oder ein Großhirn-Infarkt können Gründe für eine sekundäre Hyperhidrose sein.

Oft treten Kombinationen aus primärer und fokaler Hyperhidrose auf. Also auf bestimmte Körperstellen begrenztes übermäßiges Schwitzen, dessen Ursache weder andere Erkrankungen sind noch in Nebenwirkungen von Medikamenten. Auch Kombinationen aus sekundärer und generalisierter Hyperhidrose sind häufig. Das heißt, das übermäßige Schwitzen am gesamten Körper wird durch eine andere Erkrankung oder Verletzungen verursacht.

Hyperhidrose: Symptome

Bei einem Großteil aller Hyperhidrose-Fälle kann keine Ursache gefunden werden. Auslöser sind also weder andere Erkrankungen noch Nebenwirkungen von Medikamenten. Symptome einer primären Hyperhidrose können sein:

Erstrecken sich die übermäßigen Schweißausbrüche über deinen gesamten Körper (generalisierte Hyperhidrose) liegt meistens eine sekundäre Hyperhidrose vor. Je nach auslösender Grunderkrankung kann die Schweißbildung unterschiedliche Formen und Ausmaße annehmen. Da die Kleidung durch die sekundäre Hyperhidrose ständig durchnässt ist, müssen sich Betroffene mehrmals am Tag umziehen. Sie sind besonders anfällig für eine Erkältung.

Hyperhidrose: Häufige Fragen

Nicht nur die Schwitzattacken selbst sind für viele Menschen mit Hyperhidrose belastend. Bei manchen kommt auch noch ein übler Schweißgeruch oder verfärbter Schweiß hinzu. Hier findest du Antworten auf häufige Fragen zum Thema Schweiß und schwitzen.

Schweißdrüsen und Duftdrüsen: Was ist der Unterschied?

Deine Haut besteht aus mehreren Schichten. Von außen nach innen betrachtet sind das: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subcutis). Zwischen der Leder- und Unterhaut befinden sich in unserem Körper insgesamt über drei Millionen Schweißdrüsen.

Neben Schweißdrüsen gibt es auch Duftdrüsen. Durch ihr Sekret, dem außer Schweiß noch diverse Geruchsstoffe beigemischt sind, entsteht der für jeden Menschen einzigartige Körpergeruch. Die meisten der Duftdrüsen werden erst in der Pubertät gebildet. Sie sitzen unter den Achseln, im Schambereich, an den Brustwarzen und am Naseneingang. Gerade wenn sich Menschen näherkommen, spielt der Geruch des Gegenübers eine große Rolle. Wenn wir jemanden „nicht riechen“ können, hat er auch mit den stärksten optischen Reizen kaum eine Chance.

Angstschweiß: Was ist das?

Wenn du dich fürchtest, dann bricht dir der kalte Schweiß aus. Dein Körper zieht alles Blut zusammen, deine Haut wird schlechter durchblutet und kühlt ab. Da der Schweiß nicht wie sonst verdunsten kann, fühlt er sich kalt an. Angstschweiß wird nicht nur von Schweißdrüsen abgegeben, sondern auch von ganz speziellen Duftdrüsen. Angstschweiß riecht daher vollkommen anders als normaler Schweiß. Schweiß an sich ist übrigens absolut geruchlos. Erst durch bakterielle Abbauprodukte erhält er einen unangenehmen Geruch. Die Produktion von Schweiß wird über das vegetative Nervensystem gesteuert.

Was sind die Ursachen von nächtlichem Schwitzen?

Das Schwitzen im Schlaf ist eine Sonderform der Hyperhidrose. Verantwortlich für den Nachtschweiß können Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten und emotionale Anspannung sein. Nächtliche Hyperhidrosis kann dann vorliegen, wenn du ständig in der Nacht schweißgebadet mit klitschnasser Kleidung aufwachst und Gründe wie beispielsweise zu warme Kleidung, ein zu dickes Oberbett oder falsche Bettwäsche ausscheiden.

Die Ursachen der nächtlichen Hyperhidrosis können sein:

Übermäßiges Schwitzen beim Essen. Warum?

Dass du bei scharfen Gerichten ins Schwitzen kommen kannst, ist völlig normal. Bekommst du jedoch beim Verzehr jeglicher Art von Speisen und Getränken Schweißausbrüche, unabhängig von deren Zubereitung und Zusammensetzung, dann könnte das sogenannte gustatorische Schwitzen dahinter stecken. Die gustatorische Hyperhidrose, auch Frey-Syndrom oder Aurikulotemporales Syndrom genannt, kann auch durch Geschmacksreize wie Kauen, Beißen oder Geruch ausgelöst werden.

Die Schweißausbrüche beim Essen zeigen sich in der Regel auf der Stirn, am Hals oder an den Schulterpartien. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Frauen zeigen bei der gustatorischen Hyperhidrosis oft eine starke Rötung im Gesicht, am Hals und/oder am Dekolleté.

Verursacht werden kann das gustatorische Schwitzen durch:

Durch Verletzungen, Operationen oder Entzündungen bilden sich neue Nervenäste, die allerdings nicht richtig verknüpft sind. Die Folge: immer dann, wenn deine Nerven beim Essen eigentlich die Speicheldrüsen zur Abgabe von Speichel anregen sollen, regen sie stattdessen die Schweißdrüsen an.

Was sind Ursachen für ranzigen Schweißgeruch?

Krankhafter, übel riechender Schweißgeruch unter Achseln, Füßen oder in der Leistenregion wird als Bromhidrose bezeichnet. Der Leidensdruck Betroffener ist hier besonders hoch, denn sie bekommen von anderen Menschen oft unterstellt, sich nicht zu waschen oder kein Deo zu benutzen. Doch das hilft gegen diese Form der Hyperhidrose wenig. Betroffene ziehen sich aus Scham daher oft zurück, vermeiden den Kontakt mit anderen Menschen. Leidest du an Bromhidrose solltest du über deinen Schatten springen und einen Arzt aufsuchen. Es muss dir nicht peinlich sein, die Bromhidrose hat absolut nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Du kannst nichts dafür, aber du kannst dir helfen lassen!

Gründe für den säuerlich, ranzigen, muffigen und stechenden Schweißgeruch bei Bromhidrose sind eine Überproduktion von Schweiß, der die Haut dauerhaft befeuchtet und damit ein feucht-warmes Klima schafft, in dem sich Bakterien wohlfühlen. Diese zersetzen den Schweiß dann in stark riechende Substanzen. Ebenfalls für die Bromhidrose verantwortlich ist eine Überproduktion von Schweiß der sogenannten Duftdrüsen. Diese apokrinen Drüsen befinden sich im Bereich der Achseln und Genitalien und werden erst zu Beginn der Pubertät ausgebildet. Dem Schweiß sind hier sowieso schon Geruchsstoffe beigemengt. Übler Geruch entsteht erst, wenn dieser Schweiß durch Bakterien zu geruchsintensiven Substanzen wie Ammoniak und Buttersäure abgebaut wird.

Wenn der Schweiß verfärbt ist, was kann das sein?

Gelbe, grüne, blaue oder schwarze Schweißflecke – das gibt es tatsächlich. Der Grund für diesen Farbschweiß, auch Chromhidrose oder Chromhidrosis genannt, ist das Pigment Lipofuscin. Lagert sich dieses in den Duftdrüsen (apokrinen Schweißdrüsen) ab, dann wird in den Achseln und im Stirn- und Wangenbereich verfärbter Schweiß abgegeben. Eine apokrine Chromhidrose entsteht. Je nach Zersetzungsphase des Pigments Lipofuscin sind die Schweißflecke unterschiedlich gefärbt.

Bei der ekkrinen (merokrinen) Chromhidrose wird der Farbschweiß über die sogenannten merokrinen Schweißdrüsen ausgeschieden. Ursachen hierfür sind mit der Nahrung aufgenommene, wasserlösliche Substanzen, aber auch Abbaustoffe von Medikamenten.

Eine falsche Chromhidrose (Pseudochromhidrose) liegt vor, wenn sich der ursprünglich durchsichtige Schweiß erst auf der Hautoberfläche verfärbt. Das kann entweder durch den Einfluss von Deo oder von Bakterien wie Corynebacterium tenuis passieren. Das Bakterium besiedelt unsere Haut und ist in der Lage, Farbstoffe zu bilden. Der Schweiß verfärbt sich bei der falschen Chromhidrose in den Achselhöhlen rötlich oder bräunlich.

Bei der Hämhidrose ist dem Schweiß Blut beigemischt. Dadurch verfärbt er sich rötlich. Ursache hierfür kann eine erhöhte Durchlässigkeit der Wand kleinster Blutgefäße sein, die die Schweißdrüsen versorgen.

Welcher Arzt hilft bei übermäßigem Schwitzen?

Der erste Ansprechpartner sollte immer dein Hausarzt sein. Er wird dich nach deinen genauen Beschwerden, deinen beruflichen und privaten Lebensumständen, Medikamenten-Einnahme sowie bestehenden Erkrankungen fragen. Du musst überhaupt keine Scheu haben, ihm von deinen Schwitzattacken zu erzählen.

Dein Hausarzt wird dich zur Sicherung der Diagnose Hyperhidrose gegebenenfalls an einen Hautarzt (Dermatologen, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten) überweisen. Hautärzte in deiner Nähe findest du in unserer Arzt-Suche.

Hyperhidrose: Diagnose

Im Gespräch und in einer eingehenden körperlichen Untersuchung kann dein Arzt versuchen, eine körperliche Ursache für deine Hyperhidrose ausfindig zu machen. Er versucht herauszufinden, in welchen Situationen von dir vermehrt geschwitzt wird. Weiterhin bestimmt dein Arzt das Ausmaß und den Ort der Hyperhidrose, also des übermäßigen Schwitzens, um entsprechende Therapiemaßnahmen einleiten zu können.

Um die Schwitzstelle genau einzugrenzen, kann der Jod-Stärke-Test angewandt werden.

Die Schweißmenge pro Zeit kann bei der Hyperhidrose mit Hilfe der sogenannten Gravimetrie bestimmt werden.

Die Evaporimetrie gibt dem Arzt eine Rückmeldung darüber, ob eine Verbesserung des Schwitzproblems eingetreten ist. Bei diesem diagnostischen Verfahren wird der Feuchtigkeitsverlust der Haut gemessen.

Auch mit der Messung des Hautleitwertes kann dein Arzt feststellen, ob die Therapie der Hyperhidrose Erfolg hatte. Schlägt die Behandlung an, nimmt der Hautwiderstand zu, die Hautleitfähigkeit ab. Feuchte Haut leitet Strom besser als trockene. Bei Menschen mit Hyperhidrose hat die Haut also einen höheren Hautleitwert und einen niedrigeren Hautwiderstand.

Hyperhidrose: Therapie

Bei der Behandlung der Hyperhidrose spielen die Schweißmenge und der subjektive Leidensdruck der Betroffenen eine große Rolle. Bei der primären Hyperhidrose, also dem übermäßigen Schwitzen ohne auslösende Grunderkrankung und ohne Medikamenten-Einfluss, setzt die Behandlung in der Regel an den Schweißdrüsen der betroffenen Körperregion an. Es kann vorkommen, dass sich die Schwitzherde nach erfolgreicher Behandlung auf ein anderes Gebiet verlagern. Das wird als kompensatorisches Schwitzen bezeichnet.

Ist die auslösende Grunderkrankung bei der sekundären Hyperhidrose unter Kontrolle gebracht oder geheilt, verbessert sich das Schwitzproblem in der Regel automatisch.

Antiperspiranzien dichten Schweißdrüsen ab

Für die örtliche, äußerliche Behandlung der Hyperhidrose gibt es Präparate mit Ammoniumchlorid, die die Schweißabsonderung hemmen. Aluminiumchlorid und Aluminiumsulfat, aber auch Zink und Magnesium erschweren den Schweißaustritt. Metall löst eine Eiweißzersetzung in den Zellen der Schweißdrüsen aus, die den Drüsenkanal im oberen Hautbereich teilweise abdichtet. Antiperspiranzien müssen kontinuierlich mehrmals täglich angewendet werden, damit die Wirkung bestehen bleibt. Denn der Teilverschluss der Schweißdrüsenkanäle wird im Rahmen des natürlichen Hauterneuerungsprozesses zunichte gemacht, so dass sich das krankhafte Schwitzen wieder einstellt.

Vorsicht: Aluminiumsalze stehen in Verdacht unter anderem das Brustkrebs-Risiko zu erhöhen. Eine Alternative für Antiperspiranzien sind Deos ohne Aluminiumsalze. Sie unterbinden allerdings nur den Schweißgeruch.

Aluminiumsalze können die Haut reizen. Sie können nach dem Auftragen brennen und jucken. Manchmal entstehen bei langfristiger Anwendung auch Ekzeme. Nach dem Abrasieren der Achselhaare solltest du mindestens drei Tage keine Aluminiumpräparate auftragen, da die Haut unter den Achseln durch die Rasur ohnehin schon extrem gereizt ist.

Aluminiumsalze können auch Textilien angreifen. Nach dem Auftragen der Präparate ist daher Vorsicht geboten.

Adstringentien reduzieren die Schweißmenge

Adstringentien verengen die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen und reduzieren somit die abgegebene Schweißmenge. Verantwortlich dafür sind Eiweiße, die bei Kontakt mit Wirkstoffen wie Alaun, Silbernitrat, Eichenrinde und Tannine (sogenannte Gerbstoffe) ausflocken. Adstringentien sind in Deopräparaten enthalten.

Das passiert durch Parfümstoffe und antibakteriell wirkende Substanzen. Die Mischpräparate aus Deo und Adstringentien und Antiperspiranzien wirken jedoch nicht so effektiv wie pure Antiperspiranzien. Außerdem können allergische Reaktionen auftreten.

Anticholinergika wirken von innen

Medikamente mit den Wirkstoffen Bornaprinhydrochlorid und Methantheliniumbromid werden eingesetzt für die innerliche Behandlung der Hyperhidrose. Die Medikamente hemmen die Wirkung von Acetylcholin. Das ist ein Nerven-Botenstoff, der die Schweißdrüsen zur Produktion und Abgabe von Schweiß anregt. Nicht verwenden solltest du Anticholinergika bei schweren entzündlichen Darmerkrankungen, Herzrhythmusstörungen, Prostatabeschwerden sowie schwerer Muskelschwäche (Myasthenia gravis).

Ionophorese behandelt mit Strom

Bei der Ionophorese wird das übermäßige Schwitzen mit Gleichstrom behandelt. Hände oder Füße werden dabei in zwei mit Leitungswasser gefüllte Schalen gelegt. Das Wasser muss die Handflächen und die Fußsohlen bedecken. Zwei Elektroden in den Schalen leiten kontinuierlich oder in Pulsen Gleichstrom in das Wasser und dadurch in die von der Hyperhidrose betroffenen Hautstellen. Eine Therapiesitzung dauert mindestens 15 Minuten und ist als Dauertherapie gedacht. Anfangs wird täglich behandelt, später kann die Anzahl der Sitzungen reduziert werden. Nach Absetzen der Ionophorese kann es allerdings erneut zu Schweißausbrüchen kommen.

Vorsicht: Wenn du einen Herzschrittmacher, Metallimplantate bei Knochenbrüchen oder eine Spirale zur Empfängnisverhütung trägst, darfst du die Ionophorese nicht anwenden. Auch in der Schwangerschaft solltest du diese Therapie nicht durchführen. Sprich bitte mit deinem Arzt darüber.

Botox hemmt einen Nerven-Botenstoff

Botox ist die Abkürzung für Botulinumtoxin. Das Nervengift hemmt die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin. Auf ihn wiederum reagieren die Schweißdrüsen. Botox wird in die von den Schweißattacken betroffenen Hautbereiche injiziert. Wie viel Botox nötig ist, um die Schweißproduktion zu unterbinden, ist individuell verschieden. Auch hält die Wirkung von Botox nicht ewig an. In der Regel lässt die Wirkung des Nervengiftes nach einem halben Jahr nach. Mögliche Nebenwirkungen der Botox-Spritzen können sein: Kopfschmerzen, Blutergüsse und Muskelschwäche in der Umgebung der Einstichstellen, Übelkeit, Mundtrockenheit.

Botox zur Therapie von Hyperhidrose sollte nicht angewendet werden, wenn Muskelerkrankungen, chronische Atemwegserkrankungen oder Blutgerinnungsstörungen vorliegen. Sprich mit deinem Arzt über Vorteile und Risiken der Botox-Therapie bei Hyperhidrose.

Operationen entfernen die Schweißdrüsen

Wenn die Hyperhidrose nur an bestimmten Körperbereichen auftritt (fokale Hyperhidrose) und wenn alle anderen Therapieversuche erfolglos waren, können Schweißdrüsen mit verschiedenen Operationstechniken entfernt werden.

Bei der sogenannten Exzision wird der Hautbereich, der übermäßig viel Schweiß produziert komplett ausgeschnitten. Der Verschluss der Wunden kann Narben verursachen und der Heilungsprozess dauert eine Weile. Bei der Kürettage werden die Schweißdrüsen unter der Hautoberfläche mit speziellen Instrumenten unter örtlicher Betäubung ausgeschabt. Werden die Schweißdrüsen dabei gleichzeitig abgesaugt, heißt diese OP-Methode Saugkürettage. Die Hautschnitte sind bei der Kürettage recht klein.

Mit Laserbehandlung gegen axillare Hyperhidrose

Übermäßiges und krankhaftes Schwitzen unter den Achseln kann auch mit einer Laserbehandlung unterbunden werden. Nach örtlicher Betäubung wird bei der Laserbehandlung ein kleiner Schnitt in die betroffene Hautstelle platziert. Hier wird ein spezielles Lasergerät eingeführt, das – vereinfacht gesagt – das Gewebe erhitzt und die Schweißdrüsen zerstört.

Nerven-Blockade gegen die Schweißproduktion

Der Sympathikusnerv regt deine Schweißdrüsen zur Ausschüttung von Schweiß an. Mit speziellen OP-Methoden kann diese Verbindung gekappt werden (endoskopisch transthorakale Sympathektomie). Es kann ein Grenzstrang des Sympathikusnervs durchtrennt werden, Teile entfernt werden oder mit Clips aus Titan abgeklemmt werden. Diese Methoden finden vor allem bei übermäßigem Handschweiß (Hyperhidrosis palmaris),  Fußschweiß (Hyperhidrosis plantaris) oder Gesichtsschweiß (Hyperhidrosis facialis) Anwendung.

Auch die Reizweiterleitung der sympathischen Nervenfasern kann mit einer speziellen Substanz gestoppt werden. Dazu liegst du in einem CT (Computertomographen) und der Arzt spitzt dir die Substanz in die Nervenknoten des Sympathikus-Grenzstranges neben der Wirbelsäule (CT-gestützte Sympathikolyse).

Hyperhidrose: Was kannst du selbst tun?

Du musst dich nicht schämen, wenn du an Hyperhidrose leidest. Lass dir helfen und verkriech dich nicht. Sprich mit deinem Arzt und sucht gemeinsam nach einer Lösung.

Unterstützend zu anderen Therapiemöglichkeiten kannst du auf Salbeipräparate wie Tabletten, Tee und Tropfen zurückgreifen. Sie können die Schweißbildung zwar etwas reduzieren, aber langfristig nicht eindämmen.

Schweißausbrüche sind neben Hitzewallungen in den Wechseljahren häufig. Meistens treten die Schwitzattacken im Gesicht, Nacken und an der Brust auf, manchmal auch am ganzen Körper. Sie treten von einem Moment zum anderen auf.  Unterstützend zu einer hormonellen Therapie gegen diese und andere Beschwerden kannst du Natur-Textilien anziehen. Sie nehmen Schweiß besser auf als synthetische Fasern.

Allgemein gilt – unabhängig von der Hyperhidrose – für starkes Schwitzen: Weil du durch Schwitzen viel Flüssigkeit verlierst, musst du dafür sorgen, dass der Wasserverlust wieder ausgeglichen wird. Viel trinken heißt die Regel, am besten Mineralwasser. Vorsicht: Alkohol entzieht dem Körper zusätzlich Flüssigkeit.

Um unangenehmen Geruch in Schuhen vorzubeugen, musst du dafür sorgen, dass die Vermehrung geruchsproduzierender Bakterien unterbunden wird. Die Bakterien finden in der feuchtwarmen Umgebung der durchgeschwitzten Socken und Schuhe ein ideales Klima, bauen Subtanzen aus dem Schweiß ab und produzieren dabei Stoffe, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind. Das kannst du tun:

Baumwollkleidung nimmt Schweiß besser auf als synthetische Kleidung. Außerdem bleibt der Schweißgeruch in der synthetischen Kleidung oft auch trotz mehrmaligem Waschen noch bestehen. Dagegen kann ein Essigbad helfen. Dazu die betroffene Kleidung vor dem Waschen in ein Gemisch aus drei Teilen Wasser und einem Teil Essig für etwa eine Stunde einlegen. Danach waschen wie auf der Pflegeanleitung auf dem Etikett angegeben. Bitte vorher auf Farbverlust an einer kleinen, verdeckten Stelle prüfen.

Hyperhidrose: Heilungschancen

Bei der primären Hyperhidrose ist es aufgrund ihrer unbekannten Ursache trotz Therapie nicht ausgeschlossen, dass dir in stressigen Situationen und bei starker emotionaler Belastung immer mal wieder der Schweiß ausbricht. Doch wenn du dir helfen lässt kannst du es schaffen, mit den Schwitz- und Schweißattacken besser umzugehen.

Bei der sekundären Hyperhidrose ist eine vollständige Heilung in der Regel gut möglich, wenn die Grunderkrankung oder die auslösenden Medikamente erkannt werden. Ist der Auslöser erst behandelt, verschwindet meistens auch die Hyperhidrose wieder.

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