Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, führt zu einer roten und schuppigen Hautentzündung.
Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung, die deine Haut befällt und zu einer roten und schuppigen Hautentzündung führt.

Was ist Psoriasis?

Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis genannt, ist eine chronische, schubweise verlaufende, gutartige und nicht ansteckende Hauterkrankung. Psoriasis kann in jedem Alter und in verschiedenen Formen vorkommen. Die verschiedenen Arten der Schuppenflechte können auch gleichzeitig auftreten. Schuppenflechte ist therapierbar, aber leider nicht heilbar. Wichtig für das Leben mit Psoriasis ist, dass du deinen Körper gut beobachtest. Du wirst lernen, was dir gut tut oder was deine Schuppenflechte verschlimmert.

Akut eruptiv-exanthematische Psoriasis

Hierbei handelt es sich um eine plötzlich auftretende Schuppenflechte, die bei oder nach Infekten entsteht. An deinem Rumpf sowie an Armen und Beinen bilden sich viele 0,5-1 cm große, erhabene und scharf begrenzte entzündlich gerötete Herde (Plaques) mit einer silbrig glänzenden Schuppung.

Psoriasis punctata

Bei Psoriasis punctata zeigen sich zahlreiche rote, schuppige und punktförmige Herde an deinem Leib, den Extremitäten und auch im Gesicht. Die Herde haben einen Durchmesser von bis zu 1 cm. Der Ausbruch der Psoriasis punctata scheint mit Racheninfektionen (durch Streptokokken) zusammen zu hängen. Oft bessern sich die Symptome, wenn die eigentliche Ursache behandelt wird.

Psoriasis gutta

Die kleinen, roten und schuppigen Herde bei Psoriasis gutta sind tropfenförmig. Wie bei der Psoriasis punctata können sie am ganzen Körper vorkommen und treten häufig bei Kindern oder jungen Erwachsenen auf.

Psoriasis nummularis

Bei Psoriasis nummularis sind die entzündeten und schuppigen Herde (Plaques) rundlich und münzgroß. Sie können auch zusammenfließen und große Flächen bilden.

Chronisch stationäre Psoriasis

Bei der chronisch stationären Psoriasis sind die schuppigen Hautstellen größer, bleiben lange bestehen und verändern sich kaum.

Psoriasis pustulosa

Diese schwer entzündliche Form der Schuppenflechte zeigt sich durch große, gelbliche Pusteln (Eiterbläschen), die aufbrechen, wieder eintrocknen und zu Schuppen, Krusten, Rissen, Juckreiz und kleineren Blutungen führen.

Psoriasis Arthritis

Wenn sich zusätzlich zu den Hauterscheinungen eine entzündliche Gelenkerkrankung entwickelt, sprechen Mediziner von Psoriasis-Arthritis, Arthritis psoriatica oder Schuppenflechte-Arthritis. Die Psoriasis Arthritis hat unterschiedliche Verlaufsformen und macht sich durch rheumatische Schmerzen in Ruhe oder in der Nacht bemerkbar. Oft sind die Schmerzen von einer ausgeprägten Steifigkeit in deinen Gelenken begleitet. Jedes Gelenk kann von der Psoriasis-Arthritis befallen sein, am häufigsten trifft es jedoch die kleinen Gelenke an Fingern und Füßen und die großen Wirbelsäulengelenke.

Psoriasis vulgaris

Die Gemeine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) ist die häufigste Form der Psoriasis. Du erkennst sie an kleinen, entzündlich geröteten Hautstellen (Plaques) mit charakteristischer silbriger Schuppung an Knien, Ellbogen, Kopf, Genital- und Analbereich.

Psoriasis capitis

Schuppenflechte an deiner Kopfhaut, medizinisch Psoriasis capitis genannt, zeigt sich durch kleine Klümpchen. Diese entstehen durch Schuppenansammlungen. Befallen von Psoriasis capitis werden bevorzugt Bereiche im Nacken, Stirn, Scheitel, Haaransatz sowie hinter den Ohrläppchen. Bei Psoriasis capitis kann es zu vorübergehendem Haarverlust kommen. Doch keine Sorge: die Haare wachsen wieder nach.

Nagel-Psoriasis

Hast du Schuppenflechte an Finger- und Zehennägeln (Nagel-Psoriasis) zeigen sich Tüpfelnägel mit kleinen punktförmigen Grübchen, die wie eingestanzt wirken. Ist dein Nagelbett betroffen kommt es zu rötlichen oder gelbbräunlichen Ölflecknägeln. Der Fleck liegt unter der Nagelplatte und diese hebt sich infolge ständiger Entzündungen und übermäßigem Zellwachstum ab. Beim Krümelnagel wird statt einer dünnen und gleichmäßig stabilen Nagelplatte eine dicke Schicht aus bröckeligem, gelblichem Hornmaterial gebildet.

Psoriasis inversa

Schuppenflechte in den Körperfalten (Psoriasis inversa) tritt hauptsächlich in deinen Achselhöhlen, den Leisten, dem Nabel, den Zehenspalten, den Kniekehlen, in der Unterbrustfalte, Gesäßspalte, dem Genitalbereich oder in Hautfalten stark übergewichtiger Menschen auf. Die Herde sind flach, rot, entzündet, aber schuppenlos. Das liegt daran, dass durch das feuchte Milieu und die Haut an Haut-Reibung die Schuppen abgerieben werden.

Psoriatische Erythrodermie

Die psoriatische Erythrodermie oder erythrodermische Psoriasis ist eine besonders schwere Form der Schuppenflechte. Sie befällt deinen gesamten Körper, deine Haut ist entzündlich gerötet. Betroffene leiden unter starkem Juckreiz, Fieber und Lymphknotenschwellungen.

Wie entsteht Psoriasis?

Wie und warum eine Psoriasis entsteht, ist noch nicht geklärt. Als Auslöser vermutet wird eine Autoimmunreaktion. Hierbei richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Substanzen. Spezielle Abwehrzellen werden aktiviert, einen Botenstoff (Interleukin-6) zu produzieren. Dieses Interleukin-6 wiederum regt deine Hautzellen zu verstärktem und schnellerem Wachstum an. Dadurch erreichen neue Hautzellen innerhalb weniger Tage ihre normale Größe und mehr. Normalerweise dauert das etwa 4 Wochen. Durch dieses schnellere Wachstum kann die Hautoberfläche von Psoriasis-Patienten 16-mal dicker werden als normal.

Mögliche Auslöser von Schuppenflechte

Schuppenflechte (Psoriasis) verläuft in Schüben. Ausgelöst werden können Psoriasis-Schübe durch verschiedene innere und äußere Einflüsse:

• Infektionskrankheiten wie Erkältung, Grippe, Infekte mit Streptokokken (rufen Mandelentzündung, Angina oder Scharlach hervor)
• Häufiger und übertriebener Alkoholgenuss, Übergewicht
• Stoffwechselstörungen wie Diabetes
• Hormonelle Schwankungen wie Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre
• Vererbung: Nicht die Krankheit selbst wird vererbt, sondern die Veranlagung, an Psoriasis zu erkranken
• Mechanische Reize wie zu eng anliegende Kleidung, BH, Gürtel oder Armbanduhr sowie Schnitt- und Schürfwunden, Kratzspuren oder Sonnenbrand
• Dauer-Stress im Berufs- oder Privatleben
• Medikamente wie lithiumhaltige Antidepressiva, Betablocker und ACE-Hemmer bei Bluthochdruck, Lipidsenker bei Arteriosklerose oder auch Mittel zur Vorbeugung von Malaria. Lies mehr zum Malaria Schutz.






Wie erkennst du Psoriasis?

Bei Psoriasis bilden sich an den betroffenen Hautstellen scharf begrenzte rote Flecken, deren Oberfläche von silbrig weißen Hautschuppen bedeckt ist. Diese Psoriasis-Plaques jucken gelegentlich, können aber auch brennen und stechen. Kratzt du die Schuppen ab, reißt die darunter liegende entzündete Haut leicht ein und blutet punktförmig. Häufig sind bei Psoriasis auch die Fingernägel betroffen oder die Gelenke entzündet.

Psoriasis verläuft meistens schubartig. Wie stark diese Schübe sind und wie lang die beschwerdefreien Zeiten dauern ist individuell verschieden. Auch die Auslöser unterscheiden sich bei jedem Patienten. Bei Wetterwechsel verstärken sich die Psoriasis-Beschwerden häufig, während sich die Schuppenflechte im Sommer oft bessert.

Welcher Arzt hilft bei Schuppenflechte?

Zur Diagnostik und Behandlung von Psoriasis suchst du am besten einen Hautarzt auf. Der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten steht dir bei allen Fragen rund um deine Erkrankung zur Seite. Hautärzte in deiner Nähe findest du über unsere Behandler-Suche.

Diagnose von Psoriasis

Da das Erscheinungsbild der Psoriasis anhand ihrer typischen Hautveränderungen sehr eindeutig ist, ist eine Diagnose für deinen Arzt in der Regel nicht schwer. Wenn die Anzeichen der Psoriasis jedoch nur schwach ausgeprägt sind, wird dein Hautarzt eine Reihe von Tests durchführen, um Ekzeme, Hautpilzerkrankungen oder Infektionen deiner Haut mit ähnlichen Symptomen ausschließen zu können. Oft entnimmt dein Arzt dir auch eine Hautprobe und untersucht diese unter dem Mikroskop. Hier kann er unter anderem feststellen, ob deine obersten Hautschichten Psoriasis-typisch übermäßig verhornt, verdickt oder entzündet sind. Bei der Psoriasis-Arthritis wird dein Arzt Blutuntersuchungen durchführen, um diese Form der Schuppenflechte von anderen, entzündlichen Gelenkerkrankungen zu unterscheiden. Oft setzt er dabei auch Computertomografie (CT), Röntgen oder die Magnetresonanztomografie (MRT) ein.

PASI, der Bewertungs-Index für den Schweregrad der Psoriasis

Der ärztliche Bewertungs-Index für den Schweregrad der Psoriasis heißt PASI. Die Abkürzung steht für Psoriasis Area and Severity Index. Er gibt an, in welchem Maß einzelne Körperregionen von der Schuppenflechte betroffen sind, wie stark gerötet die Hautpartien sind, ob sie schuppen und wenn ja wie stark. Außerdem gibt der PASI an, ob in deinen Hautzellen Immunabwehrzellen zu finden sind, die auf eine Psoriasis hindeuten. Je höher die Punktzahl beim PASI ist, desto schwerer ist die Erkrankung. Der Maximalwert beträgt 72. Als mittelschwer bis schwer gilt die Psoriasis, wenn über zehn Prozent der Körperoberfläche betroffen sind und der PASI mindestens 10 beträgt.

Behandlung von Psoriasis

Ein ausführliches Arztgespräch und eine Reihe körperlicher Untersuchungen stehen am Anfang jeder Psoriasis-Behandlung. Bei Verdacht auf Nagel- Psoriasis wird dir eine Gewebeprobe entnommen, um einen Nagelpilz auszuschließen. Bei Psoriasis-Arthritis kommen Laboruntersuchungen des Blutes sowie Röntgen und andere bildgebende Verfahren zum Einsatz. Du kannst jedoch auch selbst eine Menge dafür tun, um mit deiner Krankheit besser zu leben.

Akzeptanz

Versuche, dich und deine Krankheit zu akzeptieren. Wenn du wegen deiner schuppenden Hautstellen angestarrt wirst, verkrieche dich nicht. Viele Menschen reagieren aus Unkenntnis so. Sie wissen nicht, dass Psoriasis nicht ansteckend ist. Gehe auf sie zu und erkläre es ihnen. Akzeptiere Tage, an denen du dich nicht leiden kannst, aber isoliere dich nicht von der Außenwelt. Sprich mit deinem Arzt oder einem Psychotherapeuten über deine Sorgen, Probleme und Ängste und tausche dich mit anderen Betroffenen aus.

Entspannungstechniken

Innerlich zur Ruhe zu kommen, seelischen Belastungen gelassener und mutiger entgegen zu treten, das wünschen sich viele Psoriasis-Patienten, bei denen Stress einen Krankheitsschub auslöst oder bestehende Symptome verstärkt. Es gibt eine Reihe von Entspannungstechniken, die helfen, in schwierigen Situationen die Fassung zu wahren. Dazu zählen zum Beispiel Autogenes Training, Yoga oder Progressive Muskelentspannung. Probiere es einfach einmal aus und finde heraus, was dir gut tut.

Ernährung

Als wichtigste Regel für die Ernährung bei Psoriasis gilt: Versuche dich ausgewogen und gesund zu ernähren, meide Genussgifte wie Alkohol und Zigaretten und baue Übergewicht ab. Sei vorsichtig mit Lebensmitteln, die Arachidonsäure enthalten. Denn Arachidonsäure fördert Entzündungen. Sie findet sich in fettreichen Fleischsorten und Wurst, Eiern, Sahne und Butter. Saure, stark gewürzte und scharfe Speisen können bei Psoriasis den Juckreiz verstärken. Die Vitamine C (in Weißkohl und Zitrusfrüchten enthalten) und E (in Lachs, Nüssen oder Sonnenblumenöl) wirken dagegen entzündungshemmend. Was und wie viel du isst, das musst du selbst für dich herausfinden. Es gibt keine spezielle Diät bei Psoriasis. Höre auf deinen Körper. Er wird dir sagen, was er verträgt und was nicht.

Hautpflege

Die Hautpflege spielt bei Psoriasis eine ganz wichtige Rolle, auch in der beschwerdefreien Zeit. Bei der Wahl deiner Pflegepräparate (Cremes, Salben, Lotionen, Emulsionen, Badezusätze) solltest du auf deinen individuellen Hauttyp achten. Bei fettiger Haut hat sich bei Psoriasis in vielen Fällen eine Öl-in-Wasser-Emulsion oder Öl-in-Wasser-Creme bewährt. Diese Hautpflegemittel haben einen niedrigen Fettgehalt und einen hohen Wassergehalt. Bei trockener Haut können Wasser-in-Öl-Emulsionen gute Dienste leisten. Sie haben einen hohen Fett- und einen niedrigen Wassergehalt. Vermeide bei deiner Hautpflege unbedingt Hautreizungen durch zu festes Massieren oder Reiben. Zum Waschen sind neutrale Waschemulsionen mit rückfettenden Substanzen geeignet. Produkte mit Harnstoff  binden Feuchtigkeit.

Ein Salbenverband mit Wirkstoffen wie Salizylsäure oder Harnstoff bewirkt bei einem akuten Psoriasis-Schub, dass sich die Hornschicht leichter ablöst und Medikamente besser zu den entzündeten Hautzellen vordringen können.

Achte außerdem darauf, nicht mehrmals am Tag zu duschen oder zu baden. Das kann den natürlichen Schutzfilm der Haut zerstören und die Haut austrocknen. Ölhaltige und salzhaltige Bäder lösen die Hautschuppen und mindern den Juckreiz. Die Wassertemperatur sollte höchstens 36°C und die Badedauer höchstens 20 Minuten betragen. Tupfe deine Haut nach dem Bad trocken und creme sie gut ein.

Kangalfische

Kangalfische, auch Garra Rufa, Knabberfische oder Rötliche Saugbarbe genannt, sind Fische, die zur Badetherapie eingesetzt werden. Dazu liegst du im ca. 30 Grad warmen Wasser, während die Fische an den erkrankten Hautstellen knabbern. Dabei stoßen sie ein Sekret aus, das in deine Oberhaut gelangt und dort seine entzündungshemmende Wirkung entfaltet. Da die abgenagten Hautschuppen den Fischen nur als Eiweißquelle dienen, müssen die Tiere täglich zugefüttert werden. 

Lasertherapie

Hier wird auf kleiner Fläche mit sogenannten Excimer-Lasern Licht der Wellenlänge 311nm auf deine betroffenen Hautstellen gebracht. Diese Form der Therapie ist intensiver als die Lichttherapie und beschränkt sich im Gegensatz dazu nicht auf den ganzen Körper.

Lichttherapie

Die Lichttherapie beruht auf der Wirkung von UV-Licht auf die Hautzellen, deren Zellteilung dadurch blockiert wird. Wichtig für die Festlegung der einwirkenden Licht-Dosis ist die individuelle Lichtempfindlichkeit. Bei der Photo-Sole-Behandlung nimmst du ein Bad im Sole-Wasser und wirst dabei mit UV-A oder UV-B-Licht bestrahlt. Die PUVA-Therapie (Psoralen und UV-A-Therapie) kombiniert die Lichttherapie mit der Gabe einer Substanz, die deine Haut lichtempfindlicher macht. Das führt dazu, dass geringere UV-Dosen für die Bestrahlung notwendig werden, die Hautkrebsgefahr sinkt. Der Wirkstoff Psoralen kann in Tablettenform eingenommen werden oder er wird dem Badewasser zugesetzt. Auch Urlaube im Hochgebirge und  in südlichen Ländern sind für Psoriasis-Patienten oft eine Wohltat.

Medikamente gegen Psoriasis

Da sich die Psoriasis nicht heilen lässt, können Medikamente gegen Schuppenflechte nur deren Symptome lindern und/oder vorübergehend verschwinden lassen. Für das Anfangsstadium von Psoriasis kommen in der Regel vor allem Salben und Cremes zum Einsatz. Für die Behandlung eines akuten Psoriasis-Schubes können Glukokortikoide, auch in Kombination mit Harnstoff oder Salizylsäure eingesetzt werden. Häufig werden Glukokortikoide auch mit einer UV-B-Strahlungs-Behandlung kombiniert.

Dithranol

Cremes mit dem Wirkstoff Dithranol gehören zu den äußerlich angewandten Psoriasis-Medikamenten. Sie bremsen die Vermehrung der Hautzellen. Der Wirkstoff Dithranol wird zur Kurzzeit-Therapie eingesetzt. Deine Fingernägel und deine Haut können sich durch die gelbe Substanz verfärben, aber das verschwindet nach ein bis zwei Wochen wieder.

Kombinationen aus Dithranol + Harnstoff sowie Dithranol + Salizylsäure helfen dabei, dass sich die Hautschuppen leichter ablösen. Denn Harnstoff und Salizylsäure weichen die oberen Hautschichten auf. Dadurch wird auch die Wirksamkeit von Dithranol erhöht, weil Harnstoff und Salizylsäure außerdem dafür sorgen, dass der Wirkstoff besser in die Haut eindringen kann.

Glukokortikoide

Glukokortikoide oder auch „kortisonhaltige“ Mittel wirken bei Psoriasis gegen Entzündungen, bekämpfen den Juckreiz und verzögern die Zellerneuerung. Diese führt dazu, dass die Haut schuppt. Wichtig ist, dass du die Behandlung nicht abrupt auf eigene Faust abbrichst, da sonst die gerade abgeklungene Entzündung schlagartig und umso heftiger wieder auftritt.

Bei Kombinationen aus Glukokortikoide + Harnstoff sowie Glukokortikoide + Salizylsäure erleichtern Harnstoff und Salizylsäure dem Glukokortikoid das Eindringen in deine Haut. Die Entzündungen klingen schneller ab. Harnstoff bewirkt außerdem, dass deine Haut verstärkt Wasser einlagert und somit geschmeidiger wird.

Vitamin-D-Abkömmlinge

Mittel mit den Wirkstoffen Calcipotriol, Calcitriol, Tacalcitol sind entzündungshemmend und dämmen die übermäßige Vermehrung der Hautzellen ein. Vorsicht: Sonnenlicht macht diese Mittel unwirksam, ebenso Medikamente, die Salizylsäure enthalten.

Azitretin

Der Wirkstoff Azitretin gehört zu den innerlich angewendeten Psoriasis-Medikamenten. Azitretin wird in der Regel bei sehr ausgeprägter Schuppenflechte verabreicht. Er bremst die Vermehrung der Hautzellen und neutralisiert die Verhornung der Haut. Azitretin darf nicht zusammen mit hormonellen Verhütungsmitteln eingenommen werden. Da Azitretin das Ungeborene schwer schädigen kann, darf das Mittel auch nicht in Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Während der Behandlung solltest du außerdem keine Kontaktlinsen tragen, da Azitretin Bindehautentzündungen auslösen kann. Lies mehr zu Ursachen und Hilfe bei Bindehautentzündung.

Biologika

Diese meist gentechnisch hergestellten Wirkstoffe sind mit körpereigenen Stoffen fast identisch. Dadurch können sie auf natürlichem Weg bei den Zell-Botenstoffen des Immunsystems angreifen und Entzündungen eindämmen oder verhindern.

Fumarinsäureester

Tabletten mit dem Wirkstoff Fumarsäureester bremsen das Wachstum der Hautzellen und werden in der Regel nur in schweren Fällen der Psoriasis eingesetzt. Der Wirkstoff kann als unerwünschte Nebenwirkung Magen-Darm-Störungen auslösen.

Heilungschancen bei Psoriasis

Leider ist Psoriasis noch nicht heilbar, aber eine frühzeitige Behandlung kann in den meisten Fällen eine Verbesserung bewirken. Ständige Krankheitsschübe können allerdings auch die Psyche der Betroffenen belasten, daher kann manchmal eine begleitende Psychotherapie sinnvoll sein.

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