Krampfartige Schmerzen im Unterbauch sind typisch für eine Blasenentzündung.
Typische Symptome einer Blasenentzündung sind starke Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, permanenter Harndrang und nur geringe Urinmenge.

Blasenentzündung: Was ist das?

Wenn es beim Wasserlassen im Intimbereich brennt, du ständig auf die Toilette musst und krampfartige Schmerzen im Unterleib verspürst, dann könnte eine Blasenentzündung oder Zystitis hinter den Beschwerden stecken. Der Verursacher ist in den meisten Fällen das Darmbakterium E. coli. Gelangt der Erreger durch mangelnde Analhygiene, übertriebene Hygiene im vorderen Intimbereich oder Sex in die Harnröhre und Blase und vermehrt sich dort, entzünden sich die Schleimhäute. Steigen die Bakterien über die Harnleiter bis in die Nieren auf und verursachen sie in allen ableitenden Harnwegen Entzündungen, spricht der Arzt von einer Harnwegsentzündung.

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Blasenentzündung: Ursachen

Eine Infektion mit Escherichia coli-Bakterien ist in den meisten Fällen der Auslöser für eine Zystitis. E. coli-Bakterien bewohnen normalerweise zusammen mit anderen Mikroorganismen deinen Darm und rufen keine Beschwerden hervor. Gelangen sie aber in die Harnröhre und siedeln sich dort in den Schleimhäuten an, können sie sich bis zur Blase ausbreiten.

Seltener sind andere Bakterienarten wie Staphylokokken oder Klebsiellen für eine Infektion mit anschließender Entzündung verantwortlich.

Als weitere Ursachen für eine Blasenentzündung kommen angeborene Fehlbildungen der Harnwege infrage. Der dadurch gestaute Urin fördert eine Vermehrung schädlicher Keime und begünstigt so die Infektion.

Eine Infektion infolge von angestautem Urin kann auch durch Blasenfunktionsstörungen als Folge einer Querschnittslähmung entstehen.

Einen idealen Nährboden für Bakterien bildet der zuckerhaltige Urin bei schlecht eingestellten Diabetikern. Hier ist es wichtig, Blutzuckerschwankungen und dauerhaft erhöhte Werte des Langzeitblutzuckers (HbA1C) in den Griff zu bekommen. Dann ist auch die Blasenentzündung bestimmt bald kein Thema mehr.

Ist dein Immunsystem durch andere Infektionen, Stress, Schlafmangel, unausgewogene Ernährung, Chemotherapie (Zytostatikazystitis) oder Strahlentherapie (radiogene Zystitis) geschwächt, breiten sich krank machende Coli-Bakterien besonders leicht aus. Auch ein Blasen-Dauerkatheter kann eine Infektion begünstigen. Hier spricht der Arzt von einer Katheter-Zystitis.

Wenn du zu wenig trinkst, weil du aufgrund der Schmerzen beim Wasserlassen nicht mehr auf die Toilette gehen möchtest, dann bewirkst du eher das Gegenteil! Denn Flüssigkeit ist wichtig, um die Bakterien aus dem Körper zu schwemmen.

Risikogruppen und Risikofaktoren für eine Zystitis

Diese Menschen haben ein erhöhtes Risiko, an Blasenentzündung zu erkranken:

Blasenentzündung: Häufige Fragen

Eine Blasenentzündung ist unangenehm und lästig. Und auch wenn die Zystitis dich schon öfter mal erwischt hat, bleiben bestimmt noch viele Fragen offen. Im Folgenden findest du Infos zu häufigen Fragen rund um die Blasenentzündung.

Warum alle paar Monate eine Blasenentzündung?

Kaum ist die leidige Blaseninfektion überstanden, da erwischt sie dich nach weniger als sechs Monaten schon wieder. Weil wiederholte Blasenentzündungen häufig nach dem Sex auftreten, haben amerikanische Wissenschaftler die in der Scheide angesiedelten Bakterien unter die Lupe genommen. Sie fanden in Mäusen die Bakterienart Gardnerella vaginalis, die auch in der menschlichen Scheide vorkommt. Gelangen Gardnerella in die Blase, greifen sie die Blasenwand an und setzen E.coli-Bakterien frei, die eine Antibiotika-Therapie überlebt haben und in der Blasenwand inaktiv schlummerten. Diese freigesetzten E. colis sorgen dann für eine erneute Blasenentzündung.

Ist Blasenentzündung ein Frauenproblem?

Bakterien haben bei Frauen ein leichteres Spiel. Denn ihre Harnröhre ist erheblich kürzer als bei Männern. Die weibliche Harnröhre misst etwa 4 cm, die männliche ist rund 20 cm lang. Dieser kürzere Weg erleichtert E. coli und Co. das Aufsteigen in die Blase. Außerdem liegt bei Frauen der Eingang zur Harnröhre in unmittelbarer Nähe zum Analbereich.

Während der Wechseljahre sind Frauen besonders anfällig für Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen. Warum ist das so? Durch die verminderte Östrogenproduktion werden die Schleimhäute in Harnröhre und Blase verletzlicher und damit anfälliger für bakterielle Infektionen. Außerdem verändert sich in den Wechseljahren das Scheidenmilieu, wodurch seine natürliche Schutzfunktion gestört werden kann.

Blasenentzündung durch gestörtes Scheidenmilieu?

In jeder Vagina gibt es Pilze und Bakterien, die bei einer gesunden Frau in einem natürlichen Gleichgewicht leben. Ein Teil dieser Scheidenflora oder Vaginalflora sind Milchsäurebakterien. Sie vergären Traubenzucker aus den Schleimhautzellen zu Milchsäure und sorgen so für eine saure Umgebung. Schädliche Keime haben es im sauren Milieu schwer sich zu vermehren. Außerdem werden sie durch das von einigen Milchsäurebakterien produzierte Wasserstoffperoxid abgetötet. Soweit so gut. Durch übertriebene Intimhygiene kann das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora allerdings gestört werden. Milchsäurebakterien reagieren äußerst empfindlich auf alkalische Waschmittel (mit hohem pH-Wert). Sie werden zurückgedrängt und schädliche Keime können sich ungehindert vermehren und ausbreiten. Da die Blase bei Frauen vor Gebärmutter und Scheidenausgang liegt, siedeln sich die Bakterien leicht dort an, wo sie nicht hingehören. Beim Mann liegt die Blase übrigens vor dem Enddarm.

Wie verläuft die Blasenentzündung beim Mann?

Wird die Blasenentzündung bei Männern nicht behandelt, kann sie sich zu einer Nierenbeckenentzündung entwickeln. Auch eine Entzündung der Nebenhoden und der Prostata sind möglich. Symptome einer Blasenentzündung beim Mann sind:

Kommen hohes Fieber und Schmerzen in der Körperseite hinzu, dann hat dich eine Prostata- oder Nierenbeckenentzündung erwischt. Dein Hausarzt wird eine Urinuntersuchung durchführen, dir Antibiotika gegen die bakteriellen Erreger verschreiben oder dich an einen Urologen überweisen.

Blasenentzündung durch Sex?

Nicht nur beim Analverkehr können schädliche Darmbakterien in den Intimbereich gelangen. Eine Blasenentzündung kann generell durch häufigen Sex entstehen. Mediziner sprechen dann von der sogenannten Honeymoon-Zystitis oder Flitterwochen-Blasenentzündung. Auch hier wandern die Erreger vom Intimbereich in die nahe gelegene Harnröhre und von dort aus in die Blase. Die Folge: die Blasenschleimhaut entzündet sich.

Ist eine Blasenentzündung für den Partner/die Partnerin ansteckend?

Die meisten Frauen verspüren bei einer Blasenentzündung keine Lust auf Sex. Die Gefahr, deinen Partner anzustecken ist jedoch nicht nur deswegen ziemlich gering. Bei einer Blasenentzündung wandern krank machende Bakterien über die Harnröhre in die Blase. Selten befinden sich in der Scheide so viele Erreger, dass sie den eindringenden Penis „befallen“. Die männliche Harnröhre ist außerdem lang genug, um die meisten Bakterien schon auf dem Weg zur Blase durch die körpereigene Abwehr auszuschalten.

Anders sieht es aus, wenn der Penis nach ungeschütztem Analverkehr in Kontakt mit der Scheide kommt. Die dadurch eventuell eingeschleusten, krankmachenden Darmbakterien werden bei einem intakten Scheidenmilieu durch andere Bakterien (Milchsäurebakterien) und ihre Stoffwechselprodukte wirkungsvoll bekämpft. Ist das Scheidenmilieu hingegen gestört, können sich Erreger leichter ausbreiten – die Ansteckungsgefahr für die Frau erhöht sich also durch ungeschützten Analverkehr. Und auch wenn das Kondom beim Wechsel von hinten nach vorne nicht durch ein neues ersetzt wird.

Übertreib es nicht mit der Intimhygiene, aber wasch dich regelmäßig mit Wasser und wenig Seife. Um die Blase auszuspülen, geh – wenn möglich –  vor und nach dem Sex auf die Toilette.

Kannst du dich von Kollegen mit Blasenentzündung anstecken, wenn ihr die gleichen Toiletten benutzt?

Es besteht ein gewisses Risiko, sich bei infizierten Mitarbeitern anzustecken. Allerdings weniger, wenn sie beim Toilettengang auf der Klobrille keimbelastete Urinspritzer hinterlassen. Wenn du dich unbedingt auf die Klobrille setzen möchtest, dann wisch sie mit etwas feuchtem Klopapier ab und wasch dir anschließend gründlich die Hände. Berührst du mit ungewaschenen Händen unbewusst deinen Intimbereich, können Erreger leichter übertragen werden und sich eventuell ausbreiten.

Doch bei einem gesunden Scheidenmilieu und einer gestärkten Abwehr haben es krank machende Coli-Bakterien schwer. Achte darauf, nicht die gleichen Handtücher zu benutzen, wasch dir nach Berühren von Türklinken und gemeinschaftlichen Bürogeräten die Hände, zieh dich immer warm genug an und achte darauf, dass du Füße, Nieren- und Beckenregion warm hälst. Trink außerdem ausreichend, dann haben Krankheitserreger keine Chance.

Kann eine Blasenentzündung durch nasse Badehosen entstehen?

Nasse Badekleidung verursacht die Blasenentzündung nicht, aber fördert sie. Denn die Kälte schwächt bestimmte Abwehrfunktionen der Blasen-Schleimhaut. Die Folge: Erreger können sich schneller einnisten. Durch nasse Badesachen auf dem Körper entsteht außerdem ein feuchtwarmes Milieu. Das wiederum regt die Vermehrung der Bakterien an. Wenn du längere Zeit auf kaltem Untergrund sitzt oder gerne bauchfreie Tops trägst, dann kannst du dir eine Unterkühlung im Bereich der Blase einfangen. Die Kälte verhindert, dass die Schleimhäute der Blase gut durchblutet werden. Das erleichtert es den Krankheitserregern sich auszubreiten.

Kann Hygiene die Blasenentzündung verhindern?

Ja und nein. Für die Analhygiene gilt: Nicht nur sorgfältig putzen, sondern auch richtig herum! Mit der richtigen Putztechnik von vorne nach hinten bleiben die Darmbakterien dort, wo sie hingehören.

Für die Hygiene im Intimbereich gilt besonders für Frauen: Übertriebene Reinigung schadet mehr als sie nutzt. Die natürliche Scheidenflora kann dadurch gestört werden und die Ausbreitung von Bakterien, die Blasenentzündung auslösen, gefördert. Am besten reinigst du deinen Schambereich nur mit warmem Wasser und nicht ständig mit Seife.

Welche Komplikationen können bei Blasenentzündung auftreten?

Nicht immer bringt die Behandlung der Blasenentzündung sofort Erfolg. Wenn nach erster Besserung innerhalb von zwei Wochen erneut Beschwerden auftreten, dann sind noch nicht alle Erreger vollständig beseitigt. Das bezeichnet der Arzt als Relapsie.

Wenn eine neue Infektion mehr als zwei Wochen nach der ersten Blasenentzündung auftritt, dann spricht der Arzt  von einer rezidiven Blasenentzündung. Der neue Blaseninfekt kann durch einen neuen Erreger ausgelöst werden, aber auch durch die gleiche Bakterienart wie beim ersten Mal.

Eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann entstehen, wenn die Erreger über die Harnleiter bis in die Niere wandern. Hohes Fieber, Blut im Urin, im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung (Sepsis) und Nierenversagen können unbehandelt die Folge sein.

Eine Reizblase äußert sich durch ähnliche Symptome wie eine Blasenentzündung. Es bestehen häufiger Harndrang bei kleinen Urinmengen, teilweise Schmerzen beim Wasserlassen und/oder Inkontinenz. Bei einer Reizblase lassen sich allerdings keine Erreger im Urin nachweisen.

Wird die Blasenentzündung chronisch, tritt sie also regelmäßig immer wieder auf, ist sie sehr schmerzhaft und lassen sich keine Erreger im Urin nachweisen, dann sprechen Ärzte von einer interstitiellen Zystitis. Mit Schmerzmitteln oder Antidepressiva lassen sich die Beschwerden medikamentös in den Griff bekommen. Manchmal müssen die Medikamente auch unter Narkose in die Blase eingeschleust werden. Bleibt auch diese Behandlung erfolglos und hat sich durch die ständigen Entzündungen eine Schrumpfblase entwickelt, dann kann die Harnblase in einer OP entfernt werden.

Blasenentzündung: Symptome

Du musst ständig, aber wenn du auf die Toilette gehst, hast du Schmerzen, es brennt und der Urin kommt nur tröpfchenweise. Wenn du ein Mann bist, dann könnte ein Problem mit deiner Prostata dahinter stecken. Denn das ist oft der Grund für eine Blasenentzündung. Manchmal treten Blaseninfektion und Prostatavergrößerung aber auch unabhängig voneinander auf.

Die häufigsten Symptome einer Blasenentzündung sind bei Frauen und Männern:

Als weitere Beschwerden können bei Blasenentzündung hinzukommen:

Bei einer Harnwegsentzündung sind nicht nur Harnröhre und Blase von der Infektion betroffen, sondern auch Harnleiter und Nierenbecken. Zu den Beschwerden einer Blasenentzündung können dann noch hinzukommen:

Blasenentzündung: Diagnose

Wenn du mit den typischen Symptomen einer Blasenentzündung zum Arzt gehst, wird er deinen Urin untersuchen lassen.

Wie funktioniert die Urinuntersuchung?

Vor Abgabe der Urinprobe solltest du unbedingt deinen Intimbereich gereinigt haben. Ganz wichtig: Nicht die ersten Tropfen zu Beginn der Blasenentleerung auffangen, sondern den Becher erst nach einigen Sekunden unter den Strahl halten. In diesem Mittelstrahlurin sucht das Labor mit Teststreifen nach bestimmten Stoffen. Die Teststreifen zeigen mit einer Farbveränderung an, ob weiße Blutkörperchen als Entzündungszeichen vorhanden sind und ob im Urin Nitrit vorkommt. Nitrit ist ein Stoffwechselprodukt von Bakterien und zeigt somit an, dass sich Keime im Harntrakt befinden.

Im Anschluss kann der Urin mikroskopisch im Labor untersucht werden, wobei die Anzahl und die Art der Erreger bestimmt wird. Erst wenn mehr als 100.000 Keime pro ml Urin vorhanden sind, gilt dies als Hinweis auf eine Harnwegsinfektion. Um die Art der Erreger nachzuweisen, werden im Labor Kulturen angelegt. Hierbei wachsen und vermehren sich Bakterien in bzw. auf entsprechenden Nährboden, so dass ihre Art dadurch genau bestimmt werden kann. Der Arzt erhält das Ergebnis jedoch erst nach zwei Tagen, daher wird er dir schon vorher ein gängiges Antibiotikum gegen Blasenentzündung verschreiben. Schlägt dieses nicht an, kann der Laborbefund dabei helfen, die Therapie entsprechend der Bakterienart anzupassen.

Wenn in deinem Urin Entzündungszeichen festgestellt werden ohne dass du die typischen Symptome einer Blasenentzündung verspürst, dann wird dein Arzt höchstwahrscheinlich nach ein bis zwei Wochen eine erneute Urinuntersuchung veranlassen.

Da schwangere Frauen besonders anfällig für Blasenentzündungen sind und diese schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben können, wird der Urin im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft unter anderem auf Anzeichen einer Blasenentzündung untersucht.

Welche weiteren Untersuchungen gibt es bei Zystitis?

Eine Ultraschalluntersuchung der Harnwege ist nur bei ständig wiederkehrenden Blasenentzündungen sowie sehr komplizierten Harnwegsentzündungen notwendig. Ultraschall zeigt Veränderungen an Harnwegen und Nieren an, ob die Prostata vergrößert ist oder ob eventuell Blasensteine vorliegen.

Blasensteine sind Harnsteine, die sich in der Niere bilden und in der Harnblase ablagern. Der Grund dafür ist unter anderem ein übermäßiger Genuss von Lebensmitteln, die viel Oxalsäure enthalten (Rhabarber, Spinat, Mangold, Rote Rüben, Schokolade). Blasensteine bestehen in den meisten Fällen aus Kalziumoxalat und werden normalerweise mit dem Urin ausgeschieden. Bemerkbar machen sich Harnsteine durch Wasserlassen mit wiederholtem Abbruch des Harnstrahls, Schmerzen beim Wasserlassen und Blut im Urin. Müssen sie entfernt werden, wendet der Arzt die sogenannte extrakorporale Stoßwellenlithotripsie (ESWL) an. Hierbei zertrümmern Stoßwellen die Blasensteine von außen, so dass sie mit dem Urin ausgeschieden werden können.

Bei der sogenannten Restharnbestimmung wird nach Entleerungsstörungen der Blase gesucht. Dazu entleerst du die Blase vollständig. Danach prüft der Arzt mit Ultraschall, ob und wie viel Harn sich noch in deiner Blase befindet. Überschreitet der Wert ein bestimmtes Volumen, liegt eine Entleerungsstörung vor. Jetzt kommen aufwändigere Untersuchungen beim Urologen auf dich zu.

Bei der Harnflussmessung (Uroflowmetrie) prüft der Arzt während der Blasenentleerung in ein bestimmtes Gerät, ob Urin in die Harnleiter zurück fließt, wie viel Urin pro Sekunde fließt, wie lange die Blasenentleerung dauert, wie viel Urin insgesamt abgegeben wird und mehr. Aus allen ermittelten Werten wird eine sogenannte Flusskurve erstellt. Diese zeigt bei bestimmten Blasen-Erkrankungen einen typischen Verlauf.

Beim Miktionszystogramm bekommst du Kontrastmittel durch die Harnröhre in die Blase gespritzt. Auf Röntgenbildern kann der Arzt dann sehen, wie sich die Blase entleert.

Die Blasenspiegelung (Zystoskopie) ist nötig, wenn der Verdacht auf einen Tumor besteht und alle vorangegangenen Untersuchungen kein befriedigendes Ergebnis brachten. Bei der Blasenspiegelung führt der Arzt ein Endoskop durch die Harnröhre in die Blase ein. Durch die Optik am Gerät kann der Arzt die Blase von innen betrachten und Entzündungen sowie Tumore sehen.

Blasenentzündung: Therapie

Wenn deine Schmerzen und das Brennen beim Wasserlassen mehr als zwei Tage anhalten und alle Maßnahmen der Selbsthilfe (viel trinken, warm halten) nicht anschlagen, solltest du umgehend zum Arzt gehen. Ebenso, wenn dich die Blasenentzündung zum ersten Mal erwischt.

Geh bitte sofort zum Gynäkologen oder Urologen, wenn starke Schmerzen in der Nierengegend auftreten und/oder Fieber und Schüttelfrost hinzukommen. Ebenso dann, wenn die Schmerzen so stark sind, dass ein Wasserlassen nicht mehr möglich ist oder deswegen unterdrückt wird.

Wenn du nichts mehr trinkst, weil du die Schmerzen beim Wasserlassen nicht mehr ertragen willst, droht eine Austrocknung (Dehydration). Unser Körper braucht Flüssigkeit, damit alle lebensnotwendigen Funktionen aufrecht erhalten werden können. Daher: viel trinken und lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt gehen.

Unbedingt zum Arzt solltest du gehen, wenn sich Beschwerden wie Juckreiz, Rötungen und Schwellungen im Genitalbereich und/oder Blut im Urin zu dem Brennen beim Wasserlassen hinzugesellen.

Wenn du schwanger bist, dann besteht die Gefahr, dass sich eine Blasenentzündung auf die Nieren ausbreitet und zu einer Nierenbeckenentzündung führt. Zum Schutz deiner Nieren und zum Schutz des ungeborenen Kindes solltest du daher immer deinen Frauenarzt aufsuchen.

Welche Medikamente helfen bei Blasenentzündung?

Da eine Blasenentzündung in den meisten Fällen durch eine bakterielle Infektion ausgelöst wird, verschreibt ein Arzt dir höchstwahrscheinlich Antibiotika. Nimm die Antibiotika unbedingt nach Anweisungen deines Arztes ein und brich die Behandlung nicht selbsttätig ab, sobald die Beschwerden nachlassen.

Frei verkäufliche Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen und Paracetamol können zusätzlich das Brennen beim Wasserlassen dämpfen. Doch bitte beachte: Nimmst du die Schmerzmittel über längere Zeit (öfter als 10 Tage im Monat und mehr als an drei Tagen hintereinander), steigt das Risiko für einen medikamentös bedingten Dauerkopfschmerz.

Krampflösende Mittel mit den Wirkstoffen Scopolaminbutylbromid (frei verkäuflich) oder Mebeverin (verschreibungspflichtig) können helfen, die Bauchschmerzen zu lindern.

Hilfe aus der Apotheke bei Harnwegsinfekten und Blasenentzündung

Blasenentzündung: Heilungschancen

Eine Blasenentzündung lässt sich gut behandeln. Bei rechtzeitiger Therapie bessern sich die Beschwerden in den meisten Fällen recht schnell.

Unbehandelt kann die Blasenentzündung jedoch auch chronisch werden und/oder es kann sich eine Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) entwickeln. Daher gilt die Faustregel: Scheu dich nicht zum Arzt zu gehen. Es ist nicht peinlich, eine Blasenentzündung zu haben. Das hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun und dein Liebesleben musst du auch nicht rechtfertigen oder verändern. Wichtig ist nur, einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten und dann ist auch die Blasenentzündung bald vergessen.

Blasenentzündung vorbeugen

Sobald du die ersten Symptome spürst, gilt: trinken, trinken, trinken! Die Flüssigkeit schwemmt Bakterien aus deinem Körper und spült die Harnwege so kräftig durch, dass es Erreger schwer haben, sich weiter auszubreiten. Zwei Liter täglich sollten es mindestens sein. Gut sind stilles, raumtemperiertes Mineralwasser und entzündungshemmende und harntreibende Kräutertees (Nieren- und Blasentees) aus Apotheke oder Reformhaus. Besonders Birkenblätter, Goldrutenkraut, Schachtelhalm, Bärentraubenblätter und Brennnessel gelten als wirksam bei Blasenentzündung.

Bei der Analhygiene solltest du darauf achten, immer von vorne nach hinten zu wischen. Dadurch haben es Erreger aus dem Magen-Darm-Trakt schwer, in die Harnröhre zu gelangen.

Auch wenn deine Gedanken dann gerade ganz woanders sind: Möglichst vor und nach dem Sex solltest du deine Blase entleeren. Keime, die zu einer Blasenentzündung führen können, werden auf diese Weise einfach ausgespült.

Besonders für Frauen gilt: Bitte keine übertriebene Intimhygiene, denn das zerstört die natürliche Scheidenflora und begünstigt somit die Ausbreitung von Bakterien, die Blasenentzündung auslösen. Am besten reinigst du den Schambereich nur mit warmem Wasser und nicht ständig mit Seife.

Geh regelmäßig auf die Toilette und nicht erst dann, wenn die Blase prall gefüllt ist. Wiederholtes und vollständiges Entleeren der Blase verhindert, dass eventuell vorhandene Erreger sich einnisten und ausbreiten.

Wasch deine Unterwäsche bei 60°C. Das tötet die meisten Keime ab und verhindert eine erneute Ansteckung auf diesem Weg.

Zieh nach dem Schwimmen deine nasse Badekleidung unbedingt aus, denn Bakterien fühlen sich im feuchtwarmen Klima sehr wohl. Außerdem entsteht beim Trocknen auf der Haut Verdunstungskälte, die zu lokalen Unterkühlungen führen kann, was das Immunsystem schwächt und es Bakterien leicht macht sich auszubreiten.

Zieh dich bei entsprechenden Temperaturen warm an und setz dich nicht ohne Kissen oder Unterlage auf kalte Untergründe. Halte besonders deinen Unterleib warm, zum Beispiel mit einer Wärmflasche oder mit einer Decke.

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