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1. Allgemeines

 

Jährlich erleiden in Deutschland ca. 250 000 Menschen einen Herzinfarkt. In 25 Prozent der Fälle endet er tödlich. In 54 Prozent sind Männer betroffen, allerdings steigt in der Menopause, wenn der Östrogenspiegel sinkt, auch das Risiko für Frauen deutlich an. Je älter der Mensch wird, desto höher ist sein Herzinfarktrisiko.

 

2. Was passiert bei einem Herzinfarkt?

 

Bei einem Herzinfarkt stirbt ein Teil des Gewebes des Herzmuskels ab. Hervorgerufen wird er durch eine länger als 20 Minuten dauernde Durchblutungsstörung des Herzens.
Diese Durchblutungsstörung kommt folgendermaßen zustande: Zunächst bilden sich Kalkablagerungen an den Gefäßwänden. Somit verengt sich das Gefäß; der Blutstrom wird geringer.

 

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Doch nicht nur das: Die Gefäßwand kann einreißen. Geschieht dies, bildet sich - quasi zur Wundheilung - ein Blutgerinnsel. Dieses kann das Herzkranzgefäß verstopfen und somit die Blutzufuhr kappen.


Personen, die einen Herzinfarkt erleiden, klagen über einen heftigen Schmerz hinter dem Brustbein, der bis in den Rücken, in Arme, Beine, Bauch und in den Hals ausstrahlt.  Begleitet wird der Schmerz meist von Schweißausbrüchen, einem Angstgefühl und Übelkeit. In einem solchen Notfall sollte sofort und ohne Zögern ein Notarzt gerufen werden! Bereits 30 Prozent der Herzinfarktpatienten sterben, bevor sie Hilfe bekommen haben.

 

3. Welche Faktoren begünstigen einen Herzinfarkt?

 

Folgende Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes:


Bluthochdruck:


Bei langjährigem Bluthochdruck verengen sich die Blutgefäße. Nun muss der Herzmuskel noch kräftiger pumpen, um das Blut in jeden Winkel des Körpers transportieren zu können. Dadurch werden die Blutgefäße noch enger, das Herz muss noch kräftiger schlagen, um die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen zu gewährleisten. Kommt der Herzmuskel nicht mehr nach, so erschlafft er und versagt. Ein Herzinfarkt ist entstanden.

   
Rauchen:


Das Risiko von Rauchern, einen Herzinfarkt zu erleiden ist drei Mal so hoch wie das der Nichtraucher.


Übergewicht:


Liegt der Body-Mass-Index (BMI) über 25, so sollte eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. Und so können Sie Ihren BMI errechnen: BMI = kg/m² (Body-Mass-Index gleich dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern im Quadrat). Beispiel: Sie sind 1,60 m groß und wiegen 70 kg. 70 kg/ 1,60 x 1,60 = 27,3.


 
 
BMI           Einordnung       
Unter 20    Sie sind untergewichtig.       
20 -25       Sie haben Normalgewicht.       
25 -30       Sie sind leicht übergewichtig.       
Über 30     Sie haben Übergewicht.       
Über 40     Sie sind stark übergewichtig; eine Gesundheitsstörung liegt vor

 

Bei einem BMI von 27,3 wären Sie also leicht übergewichtig.



Diabetes mellitus:


Diabetes fördert die Kalkablagerungen an den Gefäßwänden und deren Brüchigkeit.


Fettstoffwechselstörungen:


Fettstoffwechselstörungen begünstigen die Ablagerung von Kalk an den Gefäßwänden. Dadurch wird der Blutstrom geringer und die Wände des Blutgefäßes drohen zu reißen. Genau diese Ablagerungen sind es, die die Blutzufuhr zum Herzmuskel verhindern und einen Infarkt auslösen können.


Stress:


Dauerhafter Stress bedeutet dauerhaften Adrenalinausstoß. Dabei schlägt das Herz schneller und die Blutgefäße ziehen sich zusammen. Diese Art von Stress kann unter Umständen Bluthochdruck erzeugen. Dieser Bluthochdruck wiederum erhöht statistisch gesehen das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden.


Bewegungsmangel:


Da Bewegungsmangel das Übergewicht fördert und dieses wiederum das Risiko, an Hypertonie zu erkranken, ist dieser ein Risikofaktor für Herzinfarkte.

 

4. Wer ist vom Herzinfarkt betroffen?

 

Die schlechte Nachricht ist: Grundsätzlich kann es jeden treffen, vor allem mit fortschreitendem Alter. Die gute Nachricht ist jedoch ist, dass viel dafür getan werden kann, den Infarkt zu vermeiden.


So hängt viel vom persönlichen Lebensstil ab: Wie ernähre ich mich? Treibe ich Sport? Gönne ich mir entspannte Phasen? Hier ein paar konkrete Tipps:


·    Auf ausgewogene, gesunde Ernährung achten, um das Übergewichtsrisiko zu senken. So hilft fett- und salzarme Kost nicht nur, um abzunehmen, sondern senkt auch das Risiko für Arteriosklerose.


·    Entspannungstechniken wie autogenes Training erlernen und anwenden. Kurse gibt`s z.B. in der örtlichen Volkshochschule


·    Genügend Sport treiben - gut geeignet sind zum Beispiel Radfahren und Schwimmen. Auch im Alltag, kann man einiges tun, um fitter zu werden, z.B. öfter mal die Treppe statt dem Fahrstuhl verwenden.


·    Benutzerfreundliche Blutdruckmessgeräte können die Kontrolle des Blutdruckes erleichtern. Dieser sollte nicht mehr als 140/90 mmHg betragen.


·    Das Rauchen einstellen.


·    Auch ein regelmäßiger Gesundheitscheck ist essentiell. Ab 35 ist eine Vorsorgeuntersuchung im 2-Jahres-Rhythmus vorgesehen, die für gesetzlich Versicherte kostenlos ist. Wird die Disposition zum Herzinfarkt erkannt, leitet der Arzt weitere Untersuchungen ein.

 

5. Mit dem Herzinfarkt umgehen? Erste Hilfe


Besonders die Maßnahmen die in der 1. Stunde nach dem Auftreten geleistet werden, sind wichtig für die Überlebenschancen. Deswegen sollten unverzüglich folgende Maßnahmen vorgenommen werden:


Den Notarzt rufen


Ruhelagerung: dabei den Oberkörper erhöht lagern


Den Patienten beruhigen


Kleidung entfernen


Der Notarzt versorgt den Patienten mit Sauerstoff und schmerzlindernden Medikamenten, die die Bildung von Blutgerinnseln verhindern. Bei Herzstillstand führt der Arzt evtl. eine Elektroschockbehandlung durch.


Dann obliegt die weitere Versorgung dem Krankenhaus. Hier wird versucht, die geschlossene Herzkranzarterie wieder zu öffnen, beispielsweise mit Blut verdünnenden Medikamenten (=Thrombolyse).


Eine andere Möglichkeit ist die Einführung eines Herzkatheters, der ins Gefäß eingeführt wird und es mit Hilfe eines kleinen Ballons dehnt. Daraufhin kann das Blut das Herz wieder mit Sauerstoff versorgen. Zusätzliche Stabilisierung kann ein Rohr aus Draht oder Plastik schaffen.


Nach diesen Maßnahmen wird der Patient zunächst auf der Intensivstation untergebracht, um eine genaue Beobachtung des Verlaufes zu gewährleisten.

 

6. Leben mit dem Infarkt

 

Nach wenigen Tagen in der Intensivstation wird der Patient in eine "Normalstation" verlegt und Stück für Stück stärker belastet. Nun wird auch das Ausmaß des Schadens überprüft und evtl. eine Bypass-Operation erwägt. Hier wird eine Vene aus dem Bein als "Umleitung" für die Engstelle benutzt.


Dem Patienten werden außerdem Wege aufgezeigt, wie er mit dem Infarkt leben kann und nach Möglichkeiten gesucht, das Risiko für weitere Infarkte zu minimieren. Hier spielt die Umstellung einiger Lebensgewohnheiten eine Rolle (z.B. mit dem Rauchen aufhören, siehe 4.) Meist wird eine medikamentöse Behandlung begonnen. Folgende Medikamente werden eingesetzt:


Acetylsalycilsäure:
Beugt der erneuten Bildung von Blutgerinnseln vor

β-Blocker:

Sie vermindern die Wirkung von Adrenalin am Herzen. Der Puls und die Pumpkraft des Herzen werden gesenkt.


ACE-Hemmer:
Sie wirken auf Gefäßwiderstand, senken die Adrenalinfreisetzung im Herz und verkleinern die Blutmenge und steuern somit den Blutkreislauf hormonell.


Statine:
Sie senken den Cholesterinspiegel

(Quelle: www.gw-o.de)

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Letztes Update 23.01.2012
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